Sonntag, 15. Oktober 2017

ich renne schon wieder.
viel zu schnell.
durch die welt.
ich bemerke es gar nicht.
nur noch fünf tage funktionieren.
ich habe angst.

der verfall ist nah.
ich zerfalle.
in sämtliche einzelteile.
die ich unter so viel mühe.
stück für stück.
zusammengesetzt hatte.

es tut weh.
es wird immer ein mosaik bleiben.
es wird nicht mehr wie vorher.
das ist okay.
ich kann mir nicht vorstellen wie es ist.
ganz zu sein.
ich will nicht ganz sein.
ich werde nicht ganz sein.
mosaike sind auch schön.

ich kann leuchten.
aus so vielen verschiedenen perspektiven.
die scherben reflektieren.
nichts passt zusammen.
nichts bleibt wie es war.
aber ich kann neues bauen.
irgendwann.
ergibt das hier alles einen sinn.


Mittwoch, 11. Oktober 2017

funktionieren
funktionieren
funktionieren
funktionieren
funktionieren
zerfallen
zerfationieren
funktionieren
funktionieren
funktionieren
funktionieren
funktionieren

so sehen die letzten und die kommenden tage aus.
ich befinde mich zwischen funktionieren und zerfallen.
morgen kann man zuhause bleiben.
nur unizeugs erledigen.
übermorgen macht angst.
und ab samstag muss man wieder funktionieren.

ich weiß nicht wie.
ich weiß nicht, woher energie kommen soll.
es fehlt zeit.
es fehlt kraft.

es fehlt einfach alles.

angstangstangst.
keine worte finden.
so lange schweigen wie möglich.
die stimme macht mit.
heiserkeit.
oder ist es haiserkeit?
ich bin der stillste hai im ozean.

Samstag, 30. September 2017

ich will doch nur aufgefangen und festgehalten werden.
nicht mehr.
stattdessen regne ich mit dem gewitter um die wette.
stunde um stunde.
was fehlt, ist eine umarmung.
jemand, der versteht.
also jemand, der beides kann.
da sein. hier. jetzt. sofort.
und versteht und hält.
aber alle, die verstehen könnten, fallen selber.
und alle, die vielleicht halten könnten, verstehen nicht.
ich will nicht reden und reden und reden und am ende doch missverstanden werden.
ich will schweigen dürfen.
ich will wortbilder malen.
und ich will ankommen.
endlich.
nach all der zeit.

Mittwoch, 20. September 2017

can you tell me what's happening here?

it hurts. 
my pain. 
the other's pain.
and then there's this mum.
this mum who shouts at her children.
simply because they call her at the clinic.
and here I am. in the past.
how much it hurts.
and the pain.
it's here.
like me.

please tell me what's happening here.
I can barely keep my own chaos together.
and it hurts. so damn much. 
and I get angry and scared.
'cause her children 
will end up like me.
one day.

Freitag, 15. September 2017

gib mir ein kleines bisschen sicherheit
in einer welt, in der nichts sicher scheint

(post)

Donnerstag, 7. September 2017

es ist laut
so laut wie presslufthämmer
direkt neben dem ohr
es tut weh

ticktack tacktick ticktack tacktick
es gibt keine taktik
das ist nur das ungleiche ticken
der beiden uhren
im selben raum

tock tock tock
das ist kein klopfen
das ist kein specht
das sind nur die absatzschuhe
im nebenraum

es rauscht
doch das ist nicht das wasser
das ist nicht die spülung
das sind unsere gedanken
das rauschen in unserem kopf
es hört nicht auf

stunden später
ein neues rauschen
und doch so vertraut
das ist ein regenmacher
und wir stehen in der vergangenheit

stimmen über stimmen über stimmen
da sind worte
viel lauter
als mein schreien
ich halte mir die ohren zu

wir sind still
so furchtbar still
wie das ende von jedem augenblick
und doch sind da worte
flüsternd
auf papier

Montag, 4. September 2017

vor ein paar tagen noch
immer wieder
kannst du mich sehen?

und heute
seit dem gespräch
wir werden gesehen

und so viel verzweiflung
so viel angst
so viel stille

das ist neu
gesehenwerden
es tut weh

warum rennt niemand weg?
da sind doch all die fehler
da ist all das scheitern

niemand tut weh
warum tut niemand weh?
da ist nur der alte schmerz

es tut immer noch weh
und, ist es okay?
nein, ist es nicht

istesnichtistesnichtistesnicht
schreit es
aus allen ecken

geheimnisse sind zum heimgehen da
das wort schreit doch schon
geh heim! Geh Heim! GEH HEIM!

aber alleine ist das nicht tragbar
genauso wie wir
wir sind untragbar

es ist verrat
kein wort darf sprechen
über alles das. und meer

und dann verliere ich mich
in einem konstrukt aus einsamkeit
und toten gedanken

unterwasser ist die stille
lauter
als jedes hässliche wort

und ich?
bin längst nicht mehr hier
das leben winkt müde aus der ferne

ein letztes mal abschied nehmen
die zeit kennt nur eine richtung
und wir haben den anschluss verpasst

viel zu lange schon
die realität ist fremd
kein raum sicher genug

nur das meer
es reißt die letzten gedanken mit
in die tiefe

stille
nicht meer
immer wieder stille

Träumer