zwischenraum

dort habe ich mich immer wohlgefühlt. im zwischenraum. versteckt, zwischen leben und tod. nur war dort irgendwann kein platz mehr für mich. da bin ich umgezogen. immer noch heimatlos. und schließlich zwischen den zeilen gelandet. hier habe ich nun zumindest eine wortheimat gefunden, aber ein zuhause ist das noch lange nicht. außerdem ist zuhause immer noch ein gefühl. zuhause darf niemals ein ort sein und schon gar nicht ein mensch. diesen fehler habe ich nur einmal gemacht. und nein, es war kein liebesgedönschaos. es war mal wieder die verzweifelte suche nach halt. nach jemandem, der auf mich aufpasst. aber der größte (und liebenswerteste das muss man ihm lassen) chaot der welt kann keinen halt geben und auch nicht mein ersatzpapa sein. egal, wie lange ich meiner verlorenen kindheit hinterher renne. ich versuche immer noch, mich damit abzufinden, dass es keine kindheit mehr für mich geben wird. daran ändern auch keine kuscheltierberge und kinderbücher etwas. hier bin ich also gelandet und erschaffe mir meine eigenen wortwelten, weil mir die realität zu viel angst macht. allgemein sind menschen gefährlich irgendwie. worte sind mir die angenehmeren zeitgenossen. sie sind mein notausgang aus der zeit. vielleicht findet ihr mich ja. ich habe mich versteckt, hinter der zeit im niemandsland. dort, wohin sich keine menschenseele verirrt. aber mit den richtigen worten könnt ihr mich erreichen. danke für jeden warmen gedanken im endlosen zeitgeschehen.

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Träumer