Samstag, 19. August 2017

mama? kannst du bitte eine mama sein?
ich bin doch noch so klein.
bittebittebitte.
aber du verstehst nicht.
es ist richtig, dass da kein kontakt ist.
aber mama?
ich brauche halt.
all das chaos und die ohnmacht gestern.
die unfassbar liebe und sehende kliniktherapeutin.
und heute fragen die kleinen.
kann sie nicht die neue mama sein?
was ist sicherheit?
bitte sag, was ist sicherheit?
wo finden wir das?
es tut weh.
immerimmerimmer.

(neuer post auf dem privaten blog hier entlang)

Montag, 26. Juni 2017

ich verstecke mich hinter schwarzen klamotten und blauen haaren
sicher ist es trotzdem nicht
die haie sind nicht genug
für mützen ist es zu warm
ich bin doch gar nicht mehr hier
beginne wieder zu schweigen
all der schmerz ist untragbar
stress an allen fronten
und ich zerfalle in sämtliche einzelteile

Mittwoch, 31. Mai 2017

it's not safe here anymore

ich tue so als sei ich wichtig
gaukele mir ein schönes leben vor
schreibe unbeschwerte nachrichten
an menschen, die ich nicht kenne
lüge meiner schwester schamlos ins gesicht
bekomme besorgte nachrichten von kommilitoninnen
weil ich gestern im seminar zusammengebrochen bin
und eigentlich will ich doch nur ein ehrliches wort
eine helfende hand
jemanden, der meine stille teilt
dieser laute mensch
das bin nicht ich
ich verrenne mich
in worthülsen, masken und illusionen
dabei hat das kleine mädchen doch heimweh und angst
irgendwo
hinter mauern versteckt

Freitag, 26. Mai 2017

ich trage blumen im haar. ich puste seifenblasen und pusteblumen in den wind. ich lächle. 
das ist das bild eines menschen, der ich gerne wäre. 
denn jede blume in meinem haar spricht von der verlorenen kindheit.
jede seifenblase von den zerplatzten träumen.
jede pusteblume von den unerreichbaren wünschen.
und jedes lächeln versteckt den schmerz des kleinen mädchens.

Samstag, 11. Februar 2017

kannst du mich sehen?

Sonntag, 5. Februar 2017

und manchmal da wünsche ich mir, dass du mich ganz fest hältst.
dass du über meinen schlaf wachst, damit ich endlich schlafen kann.
dass ich weinen kann. in deinen armen.
dass du bleibst in diesem leeren raum. 
aber wieder einmal traue ich mich nicht, danach zu fragen.
stattdessen verschwinde ich lieber in meinem schweigen.
wie oft habe ich heute schon auf mein handy gestarrt.
die zeit vergeht nicht. und doch viel zu schnell.
ich kann nicht mehr.
ich sollte lernen. aber da ist nur die leere.
das verschwinden.
noch 17 tage.
danach steht wieder alles auf anfang.
und ich stehe am ende.

Montag, 30. Januar 2017

das leben tut immer noch so unendlich weh
ich beginne, mein schweigen zu brechen
wort für wort für wort
leise. achtsam. gewaltig.
ich falle und falle und falle
das leben entschwindet
ich werde blind
bin gar nicht mehr da
doch dann spüre ich deine hand
in meinem rücken
ich habe keine angst mehr
das zittern hört auf
alles ist gut
flüsterst du mir zu
und ich glaube dir
für einen augenblick
bevor mich das leben wieder trifft
mit voller gewalt


(die ganze wahrheit gibt's wie immer auf dem privaten blog, falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen hat, füge ich euch gerne noch hinzu.)

Samstag, 21. Januar 2017

ich verkrieche mich in der stille
ich verschwinde hinter der zeit
ich hungere
ich fresse
ich atme
ich werde übersehen

ich schweige
ich falle
ich gleite davon
und manchmal
werde ich aufgefangen

(ich hab jetzt übrigens einen zweiten, privaten blog, falls da irgendjemand lesen will, sagt bescheid. die kommentare veröffentliche ich dann auch nicht.)

Sonntag, 8. Januar 2017

reflexion.

immer wieder überrascht mich die deutsche sprache. gerade musste ich doch tatsächlich nachsehen, ob es nun reflektion oder reflexion heißt. der duden erlaubt nur die reflexion. kommt aus dem lateinischen. auch wenn man natürlich reflektieren kann und nun darauf schließen könnte, dass es reflektion heißt. nö, ist nicht so. wieder was gelernt. perfektionismus feiert ne party ohne mich, weil ich ja schließlich zu dumm war, das zu wissen, aber nun gut. partys waren ja sowieso nie meins. und außerdem wollte ich über etwas ganz anderes reden.

der liebste trainer aus der kletterhalle ist einfach so ein knuffiger mensch. ich bin zwar noch nie mit ihm geklettert, aber er ist einer der wenigen menschen, die mit mir reden und mich auch ernst nehmen. dazu trägt er fast ausschließlich schwarz (sehr sympathisch), ist vegetarier und löst, obwohl männlich und anfang 40, kein bisschen angst aus. er ist einfach ein teddybär. vor ein paar tagen hat er dann so niedlich nachgefragt, ob ich ihm kaffee kochen würde, wenn er seinen kurs morgens hat. ich hatte gestern die frühschicht und als er dann kam hat er sich so sehr über den kaffee gefreut. in seinen pausen haben wir immer mal ein bisschen geredet und da ich ja momentan nachts eher weniger schlafe, hätte er mir sogar welche von seinen hörspielen gegeben. problem daran sind nur mal wieder meine alpträume und die nicht vorhandene toleranz gegenüber spannenden oder gar gruseligen geschichten. wenn ich auf die idee komme, das schweigen der lämmer oder ähnliches zu schauen, ist das mehr selbstverletzung als alles andere. also bleibe ich zum einschlafen wohl weiterhin bei hörspielen für kinder. (übrigens hätte ich soso gerne eine fortsetzung von "die sonderbare buchhandlung des mr. penumbra" bitte lieber autor, schreib doch eine.) immer wenn er raus zum rauchen gegangen ist, hab ich ihm seine jacke geholt bzw. klein anna, denn seine jacke ist so flauschig, dass sie sich jedes mal hineingekuschelt hat. am liebsten wäre sie ihm auch auf den arm gesprungen. dieses mal kam die erkenntnis deutlich schneller als die letzten jahre bei diversen menschen.

nach der schicht habe ich die zeit in der bahn zum reflektieren genutzt. viel zu oft stand gestern dieses kleine mädchen in der halle, das wieder einen papa sieht. gerade nach den enttäuschungen der letzten wochen. keine geschenke von den erzeugern und (endlich!) kontaktabbruch bei einem viel zu grenzüberschreitenden menschen. mir ist klar, dass ich mich nie wieder so abhängig machen darf. nie wieder. ich muss das alleine schaffen. auch wenn es so weh tut. nicht jeder mensch, der nett ist, kann meine last tragen. ich bin untragbar. eingehüllt in stille. ich kann mich niemandem aufbürden. ich muss mich selbst tragen. auch wenn ich nicht weiß, wie das gehen soll. und dann steht wieder das kleine mädchen vor mir und sieht mich mit einem blick an, der mehr sagt als jedes wort. sie braucht halt und endlich auch sicherheit. etwas, das nie da war und das ich auch nicht bieten kann. so sehr ich es auch versuche. ich bin einfach kein papa. ich kann sie nicht auf den arm nehmen. ich bin nicht groß und stark. wir malen viel. ich lese ihr vor. aber es reicht nicht. und jetzt bin ich auch noch die böse, weil ich ihr irgendwie erklären musste, dass dieser liebe mensch kein neuer papa sein wird. ich habe ihr doch schon den letzten menschen genommen (meine kleine, der war grenzüberschreitend, hat uns angefasst und stück für stück sterben lassen. weißt du noch im sommer? willst du das wieder? hier ist es anders, ja. aber trotzdem gibt es etwas besseres als abhängigkeit, egal wie flauschig die jacke war und wie lieb der mensch auch zu uns sein mag. ich mag diesen menschen auch. sehr sogar, aber das muss nicht heißen, dass es ein neuer papa ist, okay?)

it's your life, it's your call
stand up or enjoy your fall

Samstag, 7. Januar 2017

entscheidungen.

ich. lasse. mich. nicht. erpressen.

Mittwoch, 4. Januar 2017

alles gute zum geburtstag, arschloch!

ich habe den tag überlebt. den verdammten 3. januar.
ich habe sechs stunden gearbeitet.
ich habe vor hallenöffnung so laut casper gehört.
bis die chefinnen kamen und ich es dann doch etwas leiser gemacht habe.
ich bin bus gefahren.
ich bin straßenbahn gefahren.
ich bin vor erschöpfung eingeschlafen.
ich habe mich mit essen vollgestopft.
ich habe das grüffelo und conni gesehen.
aber ich habe überlebt.
und jetzt ist der 4.1.
heute vor einem jahr habe ich euch das letzte mal gesehen.
ich erinnere mich noch viel zu gut.
an die zu lange umarmung.
an das nicht atmen können.
an das leise sterben.
an die tür, die ich panisch zugeknallt habe.
an die schreckliche angst.
an die darauffolgende einsamkeit.
an das ertrinken.
ich bin immer noch hier.
im moment mehr über als lebend.
aber hier.

Dienstag, 3. Januar 2017

schlussstrich.

es ist ein ende. irgendwie.
ich ziehe grenzen. schreibe diese eine email und schicke sie endlich ab.
ich bekomme komische weihnachtsmails von der familie und verbrenne sie.
die asche liegt im wäldchen begraben.
ich bekomme kein weihnachtsgeschenk und zum ersten mal bin ich verwirrt.
noch nicht einmal geld. ich bin froh. klein anna ist unendlich traurig.
sie will zurück. warum bekommt der sohn des cousins des erzeugers bücher und wir nur eine scheinheilige email? wo liegt dieses mal der fehler?
ich versuche zu beruhigen. wir haben keinen fehler begangen.
wir brauchen auch keine geschenke. wir können das alles selbst.
der versuch bilder zu malen endet nach unzähligen bekritzelten papieren doch wieder bei roten linien auf leichenblasser haut.
wir lesen geschichten vor und schicken stundenlange sprachnachrichten an das wunderkind.
an silvester zünden wir unzählige wunderkerzen an.
blaubeermuffins sind toll. knicklichter auch.
ich antworte auch meiner schwester nicht auf die neujahrsgrüße.
es fühlt sich falsch an.
ich ziehe mich zurück.
falle haltlos.
die dunkelheit lässt mich nicht los.
die kälte umhüllt mich.
das leben entgleitet mir.
alles ist fremd.
nur tokki und haike.
bleiben vertraut.
im meer.

Träumer