Dienstag, 18. Oktober 2016

licht und schatten

Paint yourself a picture
Of what you wish you looked like
Maybe then they just might
Feel an ounce of your pain


Come into focus
Step out of the shadows
It's a losing battle

There's no need to be ashamed

 
Cause they don't even know you
All they see is scars
They don't see the angel
Living in your heart

Let them find the real you
Buried deep within
Let them know with all you've got
That you are not your skin

When they start to judge you
Show them your true colors
And do onto others
As you'd have done to you

Just rise above this
Kill them with your kindness
Ignorance is blindness
They're the ones that stand to lose

Cause they don't even know you
All they see is scars
They don't see the angel
Living in your heart

Let them find the real you
Buried deep within
Let them know with all you got
That you are not your skin
(Skin - Sixx:am)


schatten
viel zu früh. nach viel zu wenig schlaf sitze ich auf dem fahrrad und fahre mal wieder in die kletterhalle. bald kann ich da einziehen, da spare ich mir wenigstens den weg nach hause. die bretter im boulderraum müssen wieder an die wand. und ich arbeite mit dem grenzüberschreitendsten menschen zusammen, den ich kenne. mir fallen die augen fast zu. deshalb traue ich mich nicht, meinen bedarf zu nehmen. noch müder muss echt nicht sein. also augen zu und durch. es geht schon gut los mit von hinten berührt werden. und dämlichen kosenamen, die teilweise triggernd hoch zehn sind. genau die worte, die der erzeuger immer benutzt hat. ich bin schon längst nicht mehr hier. dann bemerkt der mensch eigentlich ist es ja ein ungeheuer die narben auf meinem arm. dumme kommentare. "ich weiß was das ist". "hättest du das nicht woanders machen können?". wie ich diese aussage hasse. nein verdammt. ich mache das nicht zum spaß. und wenn es in dem moment der arm sein muss, dann ist das nunmal so. und mir ist es auch scheißegal, was die leute von mir denken. nachdenken kann doch sowieso niemand mehr. ich habe immer noch panik, etwas falsch zu machen. komme nicht wirklich mit dem akkuschrauber klar. ich dissoziiere auf und davon. sitze ziemlich weggetreten auf dem boden, als meine lieblingskollegin reinkommt. mit einem blick stellt sie fest, dass da etwas ganz und gar nicht gut läuft. kann mir aber leider auch nicht helfen. irgendwie schaffe ich es. dann ist pause. ich bekomme immer noch nicht viel mit. das monster will mir eine brezel ausgeben. ich lehne dankend ab. ich lasse mich nicht kaufen. und schon wieder diese namen. verdammt, ich heiße anna. nicht püppi, schätzelein oder sonstwie. und ich will auch nicht über meine probleme reden. das soll arbeiten sein und keine therapiestunde und dir erzähle ich sowieso schonmal gar nichts. dann soll ich selbst entscheidungen treffen. ich weiß kaum wer ich bin und soll entscheidungen treffen. super idee. aber was weißt du schon. hauptsache ich lächle. das sagst du immer wieder. ich solle doch lächeln. und stolz auf mich sein. und mir reißt doch niemand den kopf ab. aber erstens ist mir nicht nach lächeln und schon gar nicht für dich. zweitens kann ich nicht stolz auf mich sein, weil  ich am liebsten gar nicht mehr hier wäre und auf mein leben scheiße. und drittens sind hier gerade so viele situationen unfassbar triggernd, dass es sich verdammt nochmal so anfühlt als würde mir gleich jemand den kopf abreißen. aber irgendwann ist es geschafft. ich kann mich umziehen und darauf warten, dass meine lieblingskollegin mit ihrer schicht fertig wird. in der zwischenzeit will mir das monster sein monsterkind aufs auge drücken, weil er mal  ne pause vom sichern braucht. ich will aber nicht mit diesem dummen kind klettern. ich brauche ruhe und suche verzweifelt die tür ins hier und jetzt. irgendwie schaffe ich es, nein zu sagen. es fühlt sich furchtbar an, aber ich kann nicht mehr. und ehrlich gesagt helfe ich ungern menschen, die im internet über andere herziehen. egal, was für einen mist seine exfrau verzapft hat, das gehört nicht öffentlich auf facebook. spätestens an dem punkt hatte er komplett verschissen. 

licht
endlich ist die schicht der lieblingskollegin vorbei. wir fangen an zu klettern. ich entspanne mich. werde ruhiger. und auch wieder klarer im kopf. klettern hat doch noch immer geholfen. das monster will sich ständig eine bank zum sichern holen, weil er zu faul zum stehen ist. aber ich bin wieder klar genug, dass ich meine autorität deutlich machen kann. so langsam finde ich auch meinen spaß daran und kann zumindest ein bisschen was von dem zurückzahlen, was er bei mir angerichtet hat. nach einiger zeit kommt noch eine freundin von der lieblingskollegin. wir lachen so viel zusammen. ich komme an. im leben. für einen kurzen augenblick. wir haben uns auf anhieb verstanden. auch hier werden die roten linien angesprochen. aber in einem guten kontext und ohne zwänge. ich muss nicht reden. aber ich kann. und das ist wichtig. den rückweg fahre ich zusammen mit der freundin der lieblingskollegin. wir reden und reden und ich bin fast glücklich. da wo schatten ist, da ist auch licht. auch wenn die dunkelheit mich im moment einnimmt. aber jeder dieser augenblicke ist wertvoll und tut so unendlich gut.

Sonntag, 16. Oktober 2016

eigentlich.

manchmal tauche ich unter um nicht unterzugehen. 
manchmal läuft mein leben weiter und ich bleib an der ecke stehen.

eigentlich ist alles okay. eigentlich tut's gar nicht so weh. 
eigentlich fühl ich mich nicht allein. eigentlich ja heißt nein.
(eigentlich - tiemo hauer)

Samstag, 8. Oktober 2016

into the darkness

War is coming
War is crying out
The world is shaking
The sky is falling down - the sky is falling down

Into the Darkness - we are one
Into the Darkness - we all must run
Into the Darkness - we'll burn a light
Into the Darkness - we all must fight, we all must fight

Somethings coming
Somethings on its way
Mountains are crumbling
Like statues of clay - somethings on its way

Into the Darkness - we are one
Into the Darkness - we all must run
Into the Darkness - we'll burn a light
Into the Darkness - we all must fight, we all must fight
(into the darkness - the phantoms)


schreie in der nacht. mama. immer wieder. mama. immer lauter. mama. immer verzweifelter. mama. mein körper beginnt zu beben. mama. ich versuche zu beruhigen. ich schreie nicht. menschen schauen diese komische gestalt an. dick eingepackt mit mütze, schal und dicker jacke sitzt ein wankendes etwas auf dem fahrrad. ich schreie doch gar nicht, will ich auch diesen menschen sagen. ihre blicke tun so weh. aber da bin ich schon vorbei gerast. die nacht ist dunkel. ich kann mich nicht wehren. immer wieder wechselt es. abgebrochene schreie. meine beruhigungsversuche. und dann doch wieder schreie, weil ich zu wenig kontrolle habe. irgendwer muss hier ja schließlich noch auf den weg und die autos achten. dann kommt die stelle mit den dichten bäumen. schhh. mache ich immer wieder. schhh. es beginnt zu regnen. jetzt bloß nicht ausrutschen, denke ich. ich spüre nur noch die heißen tränen, die mir in den augen stehen. aber weinen klappt nicht. zu schnell sind die wechsel zwischen angst haben und ganzganz klein sein und verantwortungsbewusst und erwachsen sein. zerbrechen und trösten. irgendwie alles gleichzeitig. der körper findet den weg nach hause. keinen unfall gebaut. artig an allen ampeln gehalten. fahrrad in den keller gebracht. überlebt. wieder einmal.

Träumer