Montag, 22. August 2016

schnee im august.

ich erzähle nach wie vor von den lichtblicken, weil ich über den schmerz kein wort verlieren darf. aber ich mag meine stimme nicht schon wieder verlieren, deshalb ist es vielleicht okay, wenn ich mir einfach ein paar schöne augenblicke aussuche. außerdem ist mein schmerz sowieso lächerlich und unwichtig gegenüber dem, was andere ertragen müssen. ich funktioniere. (und fresse und schreie und weine und blute und schweige.)

ich hatte es nicht für möglich gehalten, aber ich habe menschen gefunden, die mich ertragen  und sogar freiwillig fragen, ob ich mit raus an den fels zum klettern kommen möchte. und wie ich das wollte. also habe ich einmal alle sorgen beiseite geschoben und den körper auf überdreht gestellt. noch in der ersten route wurden wir vom regen überrascht, aber auch das haben wir überlebt und uns dann unter einem felsvorsprung in sicherheit gebracht. in dem moment als ich sagte, dass es ja nur noch nieselt, ging es richtig los mit dem gewitter, was ich ja sonst so sehr liebe. zum klettern ist es aber eher unpraktisch. und ab dem moment wurde der tag zum gegenteiltag. als es aufgehört hatte zu regnen, sind wir lachend zum nächsten felsen gelaufen und bevor ich ganz ausgesprochen hatte, dass das wetter so bleiben soll, habe ich mich korrigiert. hoffentlich regnet, donnert, blitzt, gewittert, hagelt, schneit es. das wurde dann irgendwie zum running gag. schnee im august. aber warum auch nicht? es ist schließlich deutschland. und in diesem sommer scheint alles möglich.

Sonntag, 14. August 2016

alive.

I’m still breathing
I’m still breathing
I’m still breathing
I’m still breathing
I’m alive
I’m alive
I’m alive
I’m alive 
You took it all, but I’m still breathing
(alive - sia)

seitdem ich dieses lied bei achlys auf dem blog gehört habe (danke dafür. wirklich), kann ich nicht mehr damit aufhören. es läuft einfach den ganzen tag lang. ich habe schon so ziemlich jedes gefühl durch, obwohl erst wenig zeit verstrichen ist, seitdem ich es das erste mal gehört habe. es ist eines dieser wenigen lieder, bei denen ich sowohl lachen als auch weinen kann. gerade ist eher letzteres der fall. denn ich fühle mich alles andere als lebendig. aber ich atme. immer weiter. ja, es ist viel scheiße passiert in den letzten wochen. aber ich atme immer noch. ich habe all das überlebt. den schmerz ertragen. mich selbst zerstört. mich in der stille verloren. mich mit essen vollgestopft. gehungert. exzessiv sport betrieben. notizbücher mit hässlichen worten gefüllt. bin zusammengebrochen. habe vergessen zu leben. aber niemals. nie habe ich vergessen zu atmen. denn selbst wenn ich es versucht habe, hat sich meine lunge doch immer wieder mit luft gefüllt. mir wurde so viel genommen. so viel salz in alte und neue wunden gestreut. aber ich habe überlebt. wie immer. und irgendwie verwirrt mich das. es überrascht mich. es macht mich traurig. ich versuche verzweifelt, mitzusingen. aber I'm alive will einfach nicht über meine lippen kommen. meine stimme versagt. jedes mal. es fühlt sich so falsch an. so wenig nach leben. es ist immer noch ein kampf. ums blanke überleben. aber vielleicht ist es okay, sich einfach einen größeren sorgenfresser zu kaufen, weil der alte überfordert war. und solange ich noch lächeln und winken kann, wird es ja wohl nicht so schlimm sein.

Montag, 8. August 2016

träume..

(ich mag nicht darüber schreiben, was gerade ist. es ist zu viel. aber ich lebe und atme und komme irgendwie durch diese schwarze zeit.)

ich träume...
...davon, mit einem einkaufswagen durch die straßen zu rauschen
...davon, hand in hand mit jemandem über felder und wiesen zu rennen
...davon, vor lachen nicht mehr atmen zu können
...davon, über schmale mauern zu balancieren und dabei gehalten zu werden
...davon, draußen zu klettern
...davon, spuren zu hinterlassen
...davon, nachts die sterne zu beobachten und über das leben zu philosophieren
...davon, echte freunde zu haben
...davon, auf fines rücken durch die felder zu rauschen
...davon, ein lagerfeuer am strand zu machen
...davon, lachend im regen zu tanzen
...davon, auf ein festival zu gehen
...davon, schöne geschichten zu schreiben
...davon, getragen zu werden (huckepack einmal quer durch die pampa)
...davon, eine party auf einem dach zu feiern
...davon, auf einem schoß zu sitzen und geschichten vorgelesen zu bekommen
...davon, stundenlang in den arm genommen zu werden
...davon, zusammen zu schweigen
...davon, aufgefangen zu werden, wenn ich falle
...davon, mich unter menschen wohlzufühlen
...davon, glücklich zu sein

Träumer