Dienstag, 24. Mai 2016

so viel meer als nur worte.

ich bin untergegangen. zwischen worten und worten und noch viel mehr menschen. und die stille. sie hat mich aufgefangen. wie die zauberwesen. am ende. davor. dazwischen. ich war der unsicherste mensch auf der welt. aber nach kurzer zeit waren da umarmungen und halt und worte. ganz selbstverständlich. ohne, dass ich auch nur ansatzweise verstanden habe, was da eigentlich passiert ist. ich war da. und der hase. der war auch da. die ganze zeit. ich habe mich an den unsichtbaren raum zwischen den worten geklammert und mich einfach auf den boden gelegt, weil stühle so unfassbar haltlos sind. ich habe dich gesehen. zwischen den stühlen und beinen hindurch. und deine worte sind angekommen. jede silbe. bei tokki und mir. der kann nämlich auch unterwasseratmen. vielleicht sogar noch besser als ich. und du hast uns gesehen. in dem meer. wir sind geschwommen. der hase und ich. und am ende, da kamen arme und hände von fremden menschen. menschen, die einfach da waren. ich habe so sehr geweint, weil ich einfach nicht verstehen konnte, dass jemand lieb zu mir ist. einfach so. auf mich aufpasst. mich bei sich schlafen lässt, damit ich nicht verloren am bahnhof herumstehen muss. und dann war da der hai. und das blauwassermädchen. wir standen dort. zu dritt. und sie sagte: weißt du eigentlich, wie stark du bist? und da musste ich noch mehr weinen. ich habe mich an sharky geklammert. und dann wurden sharky und tokki freunde. noch bevor er überhaupt tokki hieß, denn das war ganz allein lilly. lilly, die mich gesehen hat. auf dem boden. mit dem hasen. zwischen den zeilen. und dann hat sie mich ganz festgehalten und die schönsten worte in mein ohr geflüstert. der abend wurde zur nacht. mit keksen und noch viel mehr worten. in straßenbahnen und einem fremden bett. mit ganz viel halt und ohne schlaf. mit brötchengeruch und vogelzwitschern. mit einem wundervollen sonnenaufgang und einem himmel in allen rottönen dieser welt. und ganz viel glück. ich habe gelacht, geweint, gezittert, gebebt. ich habe gelebt. ich bin immer noch hier. in jeder sekunde. mit dem hasen und dem hai. die beiden wurden freunde. und wir haben eine haimat gefunden. in der stille. zwischen den worten. danke, lilly. danke, mein blauwassermädchen. danke, johanna.

Sonntag, 15. Mai 2016

nicht verdient

ich sitze am schreibtisch. den laptop vor mir und wühle mich durch kommentare. durch eure zauberhaften worte. ich schreibe sie auf und packe sie in meine komplimentebox. das geht so lange gut wie ich einfach nur abschreiben kann. wie früher in der schule. schreiben, schreiben, schreiben, aber keine ahnung haben, was da steht. ich lese jedes wort. immer auf der suche nach komplimenten. und seien sie noch so versteckt. jetzt stehen sie vor mir. in bunten farben. mit großen buchstaben, wenn sie von euch groß geschrieben wurden. mit allen rechtschreibfehlern, auch wenn mein perfektionismus mich dafür am liebsten an die wand klatschen würde. es sind nicht meine worte, versuche ich zu beruhigen. aber das interessiert nicht. du bist falsch. du hast keinen wert. verstehe es doch endlich. ich lese all die wundervollen worte vor mir noch einmal. doch dieses mal versuche ich, meinem gehirn klarzumachen, dass mit jedem wort ich gemeint bin. und dann gibt es kein halten mehr. ich weine und weine und weine. ich schreie. ich stopfe essen in mich hinein. verdammt, du wolltest freitag gut aussehen, wenn du deine liebe schulfreundin wieder siehst. das ganze läuft irgendwie wieder aus dem ruder. noch kann ich es aufhalten. irgendwie. vielleicht ein  zwei kilo drauf seit dem tiefstgewicht. hoffentlich nicht mehr. ich will doch endlich unter die 70. war ich das vielleicht schon? ich habe seit monaten auf keiner waage mehr gestanden. aber das soll jetzt eigentlich auch kein thema sein. ich sehe worte von josi, die mir sagt, dass ich sein darf. und wieder schreit es in mir NEINNEINNEIN!! diese stimme ist so laut. ich habe keinen halt. ich traue mich auch nicht schon wieder nach aufmerksamkeit zu fragen, denn ich bin ja sowieso nur süchtig danach. und wenn es zu nah wird, schiebe ich wieder alle weg. gesehen werden wollen und gleichzeitig verschwinden. vielleicht ist gehen mit nem großen knall doch gar keine so doofe idee. wer braucht mich schon? ich lese mich weiter durch die worte. durch die unfassbar vielen superlative von amissa, die mir immer noch irgendwie angst machen, weil damit niemals ich gemeint sein kann. bin ich selbst hier so falsch und hinter einer riesen fassade versteckt? ichbindasnicht. ichkanngarnichtgemeintsein. und dann kommt der berührende kommentar von jay und ich muss aufhören. ich kann kein wort mehr schreiben, weil es sosososososo weh tut.
ich will doch nur festgehalten werden. ich will endlich keine angst mehr haben. und ich will mir nicht immer den raum nehmen müssen. ich will gesehen werden, ohne ständig ins rampenlicht rennen zu müssen oder mist zu bauen. ich will nicht schon wieder die zeit von menschen klauen, die selbst genug sorgen haben. so wie vor ein paar tagen, als ich untergegangen bin, und dann waren da plötzlich worte. so unfassbar viele worte und geschichten. worte von zauberkindern. ich war nicht mehr so ganz allein. danke, achlys für eine geschichte voller schönheit. danke anna für so unfassbar viele tolle texte und ganz besonders für mister gott und anna und natürlich fynn. sie haben mir so gut getan. danke, dass ich meine gedanken bei dir loslassen darf. danke josi fürs da sein und rumheulen dürfen. danke amissa für die liebe und die gedanken. danke ria für die tolle geschichte, obwohl du müde warst. es hat soso sehr geholfen, auch wenn ich mir den raum nicht zugestehe, den ihr mir gegeben habt. ich nehme so viel und gebe nichts zurück. das ist so schmerzhaft. ich brauche eine gegenleistung. denn ich muss bezahlen für das, was mir gegeben wird. ich habe so wundervolle menschen nicht verdient.

Mittwoch, 11. Mai 2016

menschen sind sososo gefährlich. also flüchte ich mich wieder in wortwelten. ich sitze an meinem bach und denke nach. nein, sofie denkt nach und ich denke darüber nach, was sie denkt. es ist anstrengend, ich schaffe nur wenige seiten. philosophie ist schön. ich hasse mich dafür, dass ich nicht einmal mehr 100 seiten am tag schaffe. ich kann die worte nicht so atmen wie lillys. ich kann nicht abtauchen wie in zamonien. ich kann nicht kindsein wie mit sprotte. ich muss selber denken und das fällt meinem kleinen kopf so unfassbar schwer. aber dann entdecke ich wieder ein paar zeilen, die so wichtig sind.

Die Fähigkeit, uns zu wundern, ist das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu werden. 
Alle kleinen Kinder haben diese Fähigkeit, das ist ja wohl klar.

Die Klügste ist die, die weiß, was sie nicht weiß.
Die richtige Erkenntnis kommt von innen.
Wer weiß, was richtig ist, wird auch das Richtige tun.
(Sofies Welt)

und wenn ich mich dann gar nicht mehr konzentrieren kann, beobachte ich einfach die welt um mich herum. da sind zwei enten im bach. ein männchen und ein weibchen. erst bleiben sie in sicherer entfernung, doch dann werden sie mutiger und kommen näher. das männchen kämpft sich die stufen des baches nach oben. egal, wie oft es abstürzt. das weibchen bleibt in sicherer entfernung. und irgendwann ist das männchen direkt neben mir im wasser. es scheint keine angst zu haben, aber lässt sich schließlich wieder zu seiner frau treiben. er will sie mitnehmen, aber ich glaube, sie hat angst vor mir. und dann, als ich mich längst wieder den worten gewidmet habe, fliegen die beiden über mich hinweg und landen in sicherer entfernung wieder auf dem wasser. das waren locker 40-50m. ich hätte niemals gedacht, dass enten so weit fliegen können. und dann sind sie verschwunden. hinter der nächsten biegung des baches. weiter vorne fliegt eine blaumeise ans ufer und trinkt ganz vorsichtig von dem wasser. als sie wegfliegen will, kracht sie gegen das ufer. der wind ist so stark. aber dann schafft sie es. fliegt auf den baum. für die pusteblume sieht es nicht so gut aus. der wind ist zu stark. bald stehen nur noch die stängel da. die samen fliegen durch die luft. und im nächsten sommer werden hier neue pusteblumen stehen.

auf dem weg nach hause sitzt dieses schwarze fellknäuel am rand. ich war schon wieder so verloren. doch dann hocke ich mich hin und sie kommt ganz langsam auf mich zu. lässt sich streicheln und streicht ganz sanft um meine beine. sie will nicht, dass ich gehe. miaut jedes mal, wenn ich aufstehen will. ein mann trägt sein kleinen hunde an uns vorbei. will er die katze nicht aufschrecken oder haben seine komischen taschenhunde angst vor einer katze? ich weiß es nicht. ist mir aber auch egal. dieses zauberwesen schleicht immer noch um mich herum und dreht sich schließlich auf den rücken, sodass ich ihr sogar den bauch streicheln darf. sie tut mir so gut. und wieder war es der richtige moment. ich wünschte, ich könnte ein eigenes fellmonster haben. aber das geht nicht. noch nicht, versuche ich mich zu beruhigen. irgendwann, wenn du geld verdienst und eine wohnung mit garten hast, wirst du dir eine katze holen. und bis dahin muss die meow mütze genug schutz bieten.

Samstag, 7. Mai 2016

liebeliebeliebe.

ich weiß gar nicht wohin mit all der liebe um mich herum. so viele komplimente. noch kann ich nicht alle akzeptieren oder glauben, aber ich weiß, dass sie ernst gemeint sind. da draußen gibt es menschen, die meine stimme mögen. menschen, die gerne mit mir reden. menschen, denen ich nicht egal bin. menschen, die nicht weglaufen. zumindest noch nicht. denn leider habe ich in all der liebe noch niemanden gesehen und das tut unendlich weh. mir geht es gut. zumindest ansatzweise. ich sitze jeden tag stundenlang am bach und tauche ein in wortwelten. alles um mich herum verschwindet. selbst das rauschen des baches verschwindet. und wenn mich die gedanken wieder einholen, dann beruhigt es mich. das gleichmäßige plätschern. meine gedanken werden leiser. vielleicht werde ich doch noch zu einem sonnenkind. ich weiß noch, wie ich mich die letzten jahre immer vor der sonne versteckt habe. ich war die einzige, die im sommer gefroren hat, weil ich nur nach draußen gegangen bin, wenn es sich nicht vermeiden ließ. die hitze mag ich immer noch nicht, aber an meinem bach fühle ich mich wohl. aber ich bin eben auch alleine. mein leben spielt sich im internet ab. und wenn ich dann abends alleine in meinem bett liege und außer dem kuschetierzoo niemand da ist, wünsche ich mir eine umarmung herbei. jemanden, der mir geschichten erzählt. ich möchte menschen um mich herum und gleichzeitig machen sie mir so sehr angst. unter menschen fahre ich immerimmerimmer meinen fehlerfilm. ich will doch nur alles richtig machen. aber das kann ich nicht. so langsam überlege ich sogar wieder, menschen anzuschreiben, die mir angst machen. nicht, dass sie mir jemals etwas getan hätten, aber männer, die zu viel wissen, sind immer gefährlich. jetzt gerade würde es sich richtig anfühlen, weil es mir gut geht und ich keine angst habe, aber sobald meine stimmung wieder kippt habe ich angstangstangst und das möchte ich vermeiden. also verhalte ich mich weiterhin wie ein ignorantes arschloch. lustigerweise habe ich diese angst bei den klettermenschen nie gehabt. aber die können auch grenzen akzeptieren und abstand halten. das gibt sicherheit. genauso wie meine kleine eigene welt. solange ich alleine bin und menschen nur am handy und im internet sehe, kann mir nichts etwas anhaben. da sind zauberhafte menschenkinder. und worte. so unfassbar viele worte, die mich am leben halten. ich habe angst vor nächster woche, weil ich da wieder in die uni muss. die woche pause tat so gut. ich habe gelebt, wenn auch mehr im kopf als in der realität. die realität macht mir noch viel zu viel angst. ich habe fremde worte und gedankenschlösser genossen. und vielleicht ist es okay, wenn ich mir meine welt erträume. zumindest solange bis ich die realität wieder ertragen kann. danke, dass es euch wunderwesen da draußen gibt. danke für jedes wort. danke für die liebe. danke fürs da sein. <3

Montag, 2. Mai 2016

fellmonsterliebe.

ich kann das immer noch nicht begreifen. ich komme in meine alte kletterhalle und menschen freuen sich, mich zu sehen. ich kann reden. ganz offen, weil jeder weiß, wie gestört ich bin. aber sie mögen mich trotzdem. kinder kommen lachend auf mich zugerannt, weil ich endlich mal wieder da bin. und dann darf ich ganz spontan bei einem lieben klettermenschen übernachten, damit ich länger bleiben kann und mir nicht noch eine zweite zugfahrt an einem tag antun muss. wir sitzen auf dem sofa und plötzlich kommt sie angetapst. ganz vorsichtig und sanftmütig. sie bleibt kurz bei mir, geht rüber zu den anderen und kommt dann zurück. sie bleibt liegen. stundenlang. ich bin schon voller fell und soso glücklich. katzen sind sicherheit, weil er eine allergie hat. und dieses zarte ding tut mir so gut. sie vertraut mir, obwohl sie sonst ganz scheu ist. niemand will begreifen, warum sie bei mir bleibt. ich bin mir sicher, dass sie gespürt hat, wie sehr ich sie gerade gebraucht habe. danke, dass es dich gibt, mein kleines fellmonster. und danke, dass es deine menschen gibt, die auf mich aufpassen. die mir raum geben. egal was ist.

Träumer