Montag, 25. April 2016

mir ist nicht mehr zu helfen..

oder so ähnlich. ich war heute morgen mal wieder zu einem erstgespräch bei einer therapeutin. eindeutig verschwendete zeit, aber so langsam habe ich meinen spaß daran, diese frau einfach nur auszulachen. himmel ist die blöd. aber von anfang an. ganz lieb ist sie ja gewesen. ihre praxis war in einem ganz normalen mietshaus. erst kam ich mit in ihr büro, wo sie dann die karte eingelesen hat und nun zum dritten mal meine telefonnummer wissen wollte. die hatte ich ihr wohlbemerkt schon einmal aufs band gesprochen und als sie zurückgerufen hatte, habe ich ihr die nummer nochmal genannt. aber von mir aus, aller guten dinge sind ja bekanntlich drei. dann ging es rüber in das eigentliche zimmer. da standen zwei sessel meilenweit voneinander entfernt. die sessel hatten bettwäsche übergeworfen. das wirkte alles sehr unruhig. ich saß also in diesem riesigen zimmer, hatte keinen halt und dann diese frau mir gegenüber. mindestens drei oder vier meter von mir entfernt. komische atmosphäre für ein gespräch. ich hab dann mehr mit meinen haargummis rumgespielt und wusste auch nicht, was ich sagen sollte. und das was ich gesagt habe, war ihr schon fast zu krass. das war zumindest mein gefühl. und dann kam mein lieblingssatz. ich solle mir doch eine richtige traumatherapie suchen, emdr machen, schließlich könne man ein trauma ja nicht wegreden. hallo?? was soll ich denn dann bitte machen, wenn nicht endlich mal über all den mist reden? und überhaupt sie könne mir ja gar nicht helfen, schließlich war ich schon so lange in der klinik letztes jahr und wüsste schon so viel über skills. sie kann mir einfach nichts mehr beibringen. ach und an meiner intelligenz würde es auch nicht liegen, schließlich habe ich ja den studienplatz direkt bekommen. und es ist ja schon traurig, weil ich ja noch so jung sei. blablablub. irgendwie schwebt die frau in ihrer eigenen welt. und meine ängste und probleme sind ihr wohl zu viel. dass ich mich hier nicht sicher fühle, weil meine eltern die adresse kennen, konnte sie gar nicht nachvollziehen. das sei ja schon sehr schlimm. richtig erkannt, deshalb brauche ich ja auch eine therapie. aber sicherlich nicht bei dieser frau. die soll sich lieber um einfachere fälle kümmern. in nachhinein finde ich das alles sehr witzig. aber eigentlich ist es traurig, wer sich alles therapeut nennen darf. zudem soll sie mal in der klinik gearbeitet haben, wo ich letztes jahr war. kann ich mir aber nur schwer vorstellen, weil die therapeuten da eigentlich allesamt sehr fähig waren und ich nicht zu schwierig war oder so. jetzt weiß ich bescheid. ein trauma kann man nicht wegreden. mir ist nicht mehr zu helfen.

Freitag, 22. April 2016

the world is ugly

ich will doch nur die welt retten. aber das geht nicht. ich habe angstangstangst um mein wunderkind, auch wenn sie in sicherheit ist. ich muss doch etwas tun können. und dann lese ich die kommentare unter lillys bildern und sehe wie viele menschen leiden, aber ich kann nichts tun. ich breche zusammen. heule, schreie, kreische, schweige. stelle die musik immer lauter, aber nichts ist laut genug. dann fließt leben aus mir heraus. ich spüre nichts davon. lasse es aber trotzdem. irgendwie muss ich ja nächste woche vor der kletterfamilie stehen und das will ich nicht mit verbänden an den armen.
tw(svv, verschwinden)

blaues herz

ich verschicke in letzter zeit fast nur noch blaue herzen. keine roten mehr. denn rot heißt voll wärme und das bin ich nicht. mein herz ist kalt. aber das heißt trotzdem nicht, dass ich nicht liebe. denn das tue ich. mein kleines blaues herz ist weit wie das meer. und genauso ist die liebe, die all den wundervollen menschenkindern gilt, die so achtsam mit mir umgehen. außerdem hat rot so viel mit diesem richtigen und echten liebe liebe ding zu tun und das verursacht in mir immer noch mauern aus angst, die immer näher kommen und mich nicht gehen lassen. mein blaues herz schlägt ganz eifrig und ich frage mich immer noch, warum es nicht endlich damit aufhört.

Donnerstag, 21. April 2016

sommergedanken

verunsichert laufe ich aus dem hörsaal. und dann sitzt da mein wunderkind. sie hält mich ganzganzganz fest. und ein paar seelensplitter verschmelzen wieder zu einem größeren. einfach so. weil sie da ist. ich war so verloren und bin dauernd in die falsche richtung gelaufen, doch auf einmal war da eine hand, die mich gehalten hat. und dann war es ganz einfach. ich konnte mich halten und musste nicht mehr darüber nachdenken, wohin ich laufe. ich habe ihr einfach zugehört und mich an der hand orientiert, die so fest in meiner lag. ich wusste, sie lässt mich nicht los. und es hat auch niemand komisch geguckt, weil wir uns aneinander festgehalten haben. wir haben in der sonne gesessen. mein kopf war viel zu voll und ich so unfassbar langsam. aber das war okay. sie hat einfach für mich mitgeredet. und glück ist, wenn man auch zusammen schweigen kann.

heute saß ich wieder auf der bank. alleine die sonne genießen. ein bisschen glück produzieren. langsam sollte ich es wissen. hab ich aber nicht, deshalb musste ich fühlen. leichen gehören nicht in die sonne! also habe ich jetzt einen tollen sonnenbrand im nacken.schön war's trotzdem und die sonne tat richtig gut.

Montag, 18. April 2016

worte und zahlen

und dann bin ich untergegangen. zwischen fremden menschen und in meinen worten. nur die zahlen haben mich noch gehalten. ein letztes bisschen sicherheit, das mich nicht davonrennen lässt. doch selbst die zahlen und formeln sind nach über einem jahr so fremd. ich gehöre nicht hierher, denke ich immer wieder. ich bin ein fremdkörper zwischen all diesen menschen, die so sehr am leben sind.  sie lachen und reden und lästern. sie schreiben am handy, sie diskutieren und umarmen sich. und ich. ich schweige einfach und bin der höflichste mensch auf der welt.

ich darf keine fehler machen. doch ich habe sie gemacht. viel zu viele fehler. ich habe geredet. war zu unvorsichtig. fragen beantwortet. warum warst du so lange krank. ich kann doch nicht lügen. lügen ist böse. ichdarfnichtichdarfnichtichdarfnicht. also sagte ich den dämlichsten satz dieses planeten. ich hab was psychisches. die müssen mich doch alle für durchgeknallt halten.

das ganze endete mit vielen händen, die immer wieder in meinem gesicht gelandet sind. und plötzlich war jedes wort aus meinem kopf wie weggefegt. da war nur noch leere und der immerwährende fehler in mir. ich freue mich über kleine dinge. dann entscheidet mein kopf, dass es mir zu gut geht und kommt mit dem nächsten mist angekrochen. schlaf wurde wieder zu meinem feind. in den guten momenten frage ich mich, ob das hier alles überhaupt real ist. bilde ich mir nicht nur ein, krank zu sein? immerhin bin ich schon ein paar wochen nicht mehr dissoziiert. mit meinem haushalt komme ich auch wieder klar und sogar zusammenfassungen für die uni kann ich schreiben.

ist doch alles so normal. bis ich dann abends nachdenke und lieder über glück höre und spüre, dass immer noch so viele puzzleteile fehlen. und plötzlich ist alles ganz schrecklich und ich will einfach nur gehalten werden. aber da ist dann niemand, weil familie für mich nicht mehr existiert. und um nach hilfe zu fragen, geht es mir noch viel zu gut. ich sinke zu boden und bleibe immerhin zebrafrei, auch wenn es so einfach wäre.

in diesen nächten mache ich so viele sudokus, dass die app wohl bald neue für mich erfinden muss. immer schneller. hauptsache zahlen und sicherheit. und wenn mein kopf keine zahlen mehr sehen kann, halte ich mich an worte.

kinderhörbücher sind super. oh wie hatte ich hinter verzauberten fenstern vermisst. in der weihnachtszeit ist das zu triggernd. jetzt war es einfach nur wunderschön.
doch dann kommen wieder die nächte, in denen mich kein dominal der welt müde machen kann und ich ein sudoku nach dem anderen mache, um nicht zu ertrinken. dabei wäre es so einfach, das wasser in meine lungen zu lassen und nicht mehr zu existieren.

aber dann schreibst du mir die schönsten worte, die je ein mensch zu mir sagen könnte. du vertraust mir dinge an, die dich halten und zeigst mir damit so viel von dir. du hältst mich in diesen unsichtbaren armen, die immer im richtigen moment kommen und mich vor dem stärksten aufprall beschützen. wir fallen und halten und fliegen zusammen. das geht auch alles gleichzeitig. weil ich dein zauberwesen und du mein wunderkind bist.

Sometimes the fastest way to get there is to go slow
And sometimes if you wanna hold on you got to let go

I'm gonna close my eyes
And count to ten
I'm gonna close my eyes
And when I open them again
Everything will make sense to me then
(Tina Dico - Count to ten)

Montag, 11. April 2016

manchmal geht das leben seltsame wege.
nach dem geburtstag meiner mutter (zu dem ich weder hingegangen bin, noch gratuliert habe), hat mir eine freundin von ihr geschrieben, dass sie mich auf der feier vermisst hat. ich hätte niemals gedacht, dass mich irgendwer vermisst. außerdem war ich auch nicht eingeladen. hingegangen wäre ich so oder so nicht. auf jeden fall schreibt sie mir jetzt superliebe emails. ich habe auf die frage, wie es mir geht tatsächlich mal ehrlich geantwortet, obwohl ich angst hatte, dass meine familie sie vorschickt oder sie sowieso alles weitersagt. ich hatte aber zu große angst, das zu schreiben. und heute kam dann die antwort, die auch diesen satz enthielt Nur für dein Gefühl: ich spreche mit niemandem darüber. und da war ich so erleichtert und dankbar, dass ich ihr doch vertraut habe. sie versteht, dass ich auf mein gefühl hören muss und nicht zu meinen eltern gehe. denn dann dissoziiere ich auf und davon. und wer weiß, wo ich dann landen werde. das letzte bisschen kontrolle, was ich gerade habe, möchte ich mir wirklich gerne bewahren. sie geht so achtsam mit mir um. denn sie kann mit mir umgehen und nicht bloß um mich herum (wie meine "familie"). gerade jetzt, wo ich so oft ans aufgeben denke, erreichen mich warme worte von längst verloren geglaubten menschen. irgendwas scheint mich hier festhalten zu wollen. ich weiß nur noch nicht, ob das jetzt gut oder schlecht ist und ob es nicht sicherer wäre, mich wieder in meiner stille zu verkriechen und nie wieder herauszukommen. aber es hält mich gerade und ich glaube, dass es das ist, was zählt.

Sonntag, 10. April 2016

sie nannte mich zauberhaft schön. und ich habe mich gefreut wie ein kleines kind. weil ich weiß, dass sie es ernst meint. doch gleichzeitig dachte ich, dass doch nie im leben ich gemeint sein kann. ich, das größte trampeltier dieses planeten. ich bin so laut und ungeschickt und zuvielzuvielzuviel. zauberhaft verbinde ich mit kleinen, wunderschönen, ganz zarten und leisen wesen. warum sieht sie all die wunder dieser welt in mir, wo ich doch nichts weiter tue als von einem fehler zum nächsten zu rasen und unterwegs am besten noch alles zerstöre, was mir in die quere kommt? ich bin so ziemlich das gegenteil von sanftmütig. gibt es dafür überhaupt schon ein wort? falls nicht, gebe ich meinen namen gerne dafür her. sie geht so achtsam mit mir um. ich verstehe das alles nicht. mit schmerz kann ich umgehen. mit gewalt kann ich umgehen. aber achtsamkeit ist so fremd und gleichzeitig so schön, dass es unfassbar weh tut.
ich gehe um die achtsamkeit herum und starre sie an, ohne sie auch nur einen moment aus den augen zu lassen. ich bin ein fremdkörper in dieser zarten welt. ich will verschwinden. hier gehöre ich nicht hin. diese wärme haben andere viel mehr verdient. ich will zurück in die vertraute kälte. also gehe ich ganz langsam immer weiter fort. ich gehe rückwärts. schritt für schritt für schritt für schritt. ich darf keinen fehler machen. die wärme wird weniger. die kälte will mich gerade zur begrüßung umarmen, da schreit die achtsamkeit in meine stille hinein und ich kann mich nicht wehren. ich muss ihr zuhören. die wohlige kälte verschwindet schlagartig. ein licht erreicht mich. und da höre ich es ganz leise. du darfst sein. du hast diese worte verdient. schon wieder nur lügen kreischt irgendwas in meinem kopf. die stimme wird lauter. das licht wird heller. ich sehe die achtsamkeit auf mich zukommen. ich will weglaufen, aber ich kann mich nicht rühren. du darfst sein. du darfst liebe worte annehmen. du bist zauberhaft schön. ich bin total verwirrt. das chaos in meinem kopf will kein ende nehmen. ich versuche, die stimmen zu entwirren. jedem zuzuhören. plötzlich ist es schlagartig still. die achtsamkeit steht vor mir. und sagt wieder. du darfst sein. du hast liebe worte verdient. du bist zauberhaft schön. und in diesem moment gibt es kein halten mehr. ich weine und schreie und schlage um mich. da nimmt mich die achtsamkeit ganz fest in ihre arme und hält mich. endlich erreicht ihre wärme auch mein herz. das herz, das so lange erfroren war. das herz, das längst nicht mehr fühlen konnte. und in diesem moment bin ich einfach da. am leben.

Mittwoch, 6. April 2016

chaoskopf

und dann verrenne ich mich wieder in irgendwas. seit drei oder vier tagen kann ich nicht mehr aufhören zu fressen. herzlichen glückwunsch, du bist wieder auf dem besten weg in richtung 80, dabei warst du doch schon so nah dran an der 70. ich denke von essen zu essen. mir ist eigentlich immer noch schlecht, obwohl ich heute nur eine einzige mahlzeit hatte. und jetzt will ich apple crumble. verdammt ich will kuchen. und das ist zumindest ein bisschen gesünder als richtiger kuchen. gestern habe ich alle 6 muffins auf einmal gegessen. und vorgestern waren es die vier schokopuddings. und am tag davor die ganze tafel schokolade. zusätzlich schaffe ich es ja auch nicht, meinen hintern zum sport zu bewegen. heute hatte ich mir vorgenommen, rauszugehen. irgendwas hat mich davon abgehalten. stattdessen hab ich meine beine aus dem fenster gehalten. das ist fast dasselbe. sage ich leise zu mir und halte mich endgültig für duchgeknallt. immerhin telefonate hab ich heute auf die reihe bekommen. und das obwohl mein handy wieder der festen überzeugung war, dass die nummer, die ich anrufen wollte, nicht existiert. ich hab es geschafft und bin immer noch verstört von der frau beim kieferorthopäden, die mich geduzt hat. am telefon. ja, ich hasse siezen, aber mittlerweile hab ich mich so daran gewöhnt, dass mich das doch etwas gewundert hat. ich duze die doch auch nicht?! und danach hat noch die frau von dem psychos unterstützen gedöns angerufen. keine ahnung wie man sowas nennt. auf jeden fall ist das ein programm von der krankenkasse und die machen unterstützung in krisen und sowas. am telefon klang die schonmal ganz nett und ich bin ein mini bisschen stolz auf mich, dass ich das hinbekommen habe. so langsam bin ich sogar wieder in der lage, auch nachrichten zu antworten. da sind liebe menschen und ich schaffe es nicht, ein lebenszeichen zu schicken. auf instagram posten geht, aber nachrichten beantworten könnte ja eventuell lebensbedrohlich sein. ich verstehe mich selbst nicht mehr. aber das habe ich sowieso noch nie, deshalb ist das auch nicht so wild. und noch so ein spontanes ding. ich hab mir ne waschmaschine gekauft. ich freu mich voll. ich will mir den gang in den waschsalon nämlich echt ersparen. vieeeeel zu viel stress. und komische menschen. okay, das sind alles nur vorurteile. ich war noch nie da. bis letztes jahr hab ich bei meinen eltern gewaschen und dann kam die klinik und ich hab einfach am wochenende meine dreckige wäsche mit in die klinik genommen und meine gesamte wäsche dort gewaschen. somit brauche ich erst jetzt so langsam mal ne waschmaschine. ach und wo ich vorhin vom telefonieren gesprochen habe, ich habe auch noch mit meiner schwester telefoniert. gestern. ich komme mir vor wie der schlechteste mensch der welt, weil ich nicht mit mama reden wollte und meine schwester mich jetzt für total asozial halten muss. aber es ging einfach nicht. ich will mit diesen menschen da nicht mehr sprechen. ich will die auch nicht sehen und hören oder sonstwas. ich will einfach mein leben. ohne komische vorschriften. dass die mich finanzieren, muss ich ja leider so hinnehmen. sorry, wenn ihr zu viel geld verdient. bafög wär mir auch lieber.
(sorry für dieses sinnlose gedankenchaos. ich musste das einfach mal loswerden..)

Sonntag, 3. April 2016

ich schweige mich in die stille hinein
und aus der stille heraus und
um die stille herum



















und dann sind da die sterne und die fledermäuse über mir. und die laute stadt liegt da. so weit weg von mir. nur die lichter sind noch zu sehen. ich bin hier oben. ganz leise. unsichtbar. was sitzt du so einsam hier oben, fragen sie. und, ob ich runterspringen will, wollen sie wissen. dabei ist mein kopf doch endlich mal für ein paar augenblicke leise. ganz leise. kein chaos. sie sind so laut. diese leute sind so schrecklich laut. ich kann es nicht mehr ertragen. können die nicht einfach mal still sein? hier oben. und dann sage ich nur, dass es doch gar nicht hoch genug ist. sie erzählen mir geschichten davon, wenn man ungünstig fällt. dabei ich bin doch schon längst gefallen, denke ich. und dann denke ich darüber nach, vielleicht doch zu springen. und dann kommen die typischen argumente. er mit 63 könnte dort wohl runterspringen, aber doch nicht so ein junges mädchen. wenn er wüsste. wie viel mist ich schon in meinem leben mitgemacht hab. die fledermäuse kommen immer näher. die frau hielt mich anfangs für eine figur aus stein. so lautlos und unsichtbar war ich für sie. und ich selbst bin mir immer noch viel zu laut.

Samstag, 2. April 2016

irgendwo dazwischen

ich verstehe mich nicht. ich habe mich noch nie verstanden. aber jetzt verstehe ich mich noch weniger als sonst. ich hab angst und dann wieder nicht. ich will dinge machen, vor denen ich angst habe und dann fällt mir ein, dass ich ja angst davor habe und lasse es sein. meine stimmung hat in den letzten tagen so ziemlich das ganze spektrum an emotionen durchlaufen. es fing alles mit dieser blöden nachricht an. die macht mir immer noch so viel angst, dass ich gar nicht schreiben mag, was drin stand. ich hab einen text drüber geschrieben und nicht wieder angesehen. ich habe tausende zettel in meinem sorgenfresser versteckt und doch ist nichts besser geworden. die nacht nach der nachricht war schrecklich. so viel angst hatte ich lange nicht mehr und auch die medis haben nur bedingt geholfen. und ich bin mal wieder vor mir weggelaufen und habe selbstverständlich nicht auf die nachricht reagiert, auch wenn ich im kopf schon 10000 verschiedene antworten durchgegangen bin. aber es ist doch immer dasselbe. ich habe angst, renne weg und komme dann irgendwann wieder angekrochen, weil irgendein anteil der meinung ist, dass die angst unbegründet sei. und schon geht das spiel von vorne los. trotz der ganzen angst habe ich mich irgendwie zum klettern gewagt. herzlichen glückwunsch, sie haben angst vor männern und gehen in eine halle, wo fast ausschließlich männer sind. es hat aber erstaunlich gut geklappt. lustigerweise falle ich da nämlich immer in einen ganz netten funktionsmodus, wo ich keine angst habe und den herren der schöpfung zeigen kann, wie der hase klettert. ich war recht erfolgreich mit der strategie, auch wenn in meinem kopf immer noch chaos war. als ich dann am bahnhof die tram in richtung park gesehen habe, bin ich einfach eingestiegen und in der dämmerung hoch zum h. gelaufen. ich war total fertig als ich oben war, aber die aussicht hat sich wirklich gelohnt. alles war ganz still, die lichter der stadt unter mir. die sterne über mir und ich war plötzlich ganz frei. ich bin dann die treppen runtergerannt und da war nur glück. der spaß hielt genau so lange bis ich zuhause war und ich in den briefkasten geschaut hatte. ich hätte es wirklich lassen sollen. ein päckchen von meiner familie. wie ich es hasse. ich lasse mich verdammt nochmal nicht kaufen. ich habe mich auch nicht dafür bedankt. nennt mich asozial, aber ich habe nicht darum gebeten, dass ich etwas bekomme. eine karte mit dem üblichen tralala wir vermissen dich ja so sehr.. ich kann's nicht mehr hören. echt nicht. dazu dann vegane gummibärchen. ist ja schön und gut, dass meine schwester euch gesagt hat, dass ich jetzt vegan lebe, aber ich mag keine gummibärchen. ich bin schon immer schokosüchtig. warum dann bitte jetzt gummibärchen?? es gibt so tolle vegane schokolade, das hätte mich deutlich freundlicher gestimmt. aber gut, meine familie kennt mich ja nicht schon seit über 20 jahren. soll mir aber auch egal sein. ich hab die scheiß bärchen trotzdem gegessen und mich scheiße gefühlt. juhu. all dieser spaß hat dafür gesorgt, dass ich jetzt mal wieder an dem punkt bin, dass menschen allesamt scheiße sind. ich vertraue niemandem mehr. immerhin einer freundin konnte ich jetzt antworten. all die anderen nachrichten bleiben wohl noch eine weile unbeantwortet. ich hab mich ja nichtmal mehr getraut zu bloggen. das kam mir außerdem viel zu aufmerksamkeitssuchend vor. allgemein bin ich aktuell der meinung, dass ich mich einfach nur blöd anstelle und mal ein bisschen runterkommen sollte. bilde ich mir den ganzen psychokram nur ein? es scheint mir fast so. ich sollte wohl einfach wieder funktionieren wie die letzten 15 jahre. hat da ja auch irgendwie geklappt. am liebsten hätte ich jetzt ein bisschen halt und jemanden, der da ist, aber das kann ich mir sowieso nicht eingestehen, weil ich das alles nicht verdient habe. und wer will mich schon freiwillig aushalten? ich würd's nicht tun.

Träumer