Sonntag, 31. Januar 2016

Psychiatrie

ich bin seit der nacht von freitag auf samstag in der psychiatrie. macht euch bitte keine sorgen.

Freitag, 29. Januar 2016

kontrollverlust

scheiße, was tue ich hier eigentlich?

Mittwoch, 27. Januar 2016

männer, immer wieder männer

ich wollte doch nur zur haltestelle laufen
da kommt er auf mich zu
ich habe ein komisches gefühl
weg hier
ich gehe ihm aus dem weg
aber er spricht mich trotzdem an
macht kommentare zu meiner lieblingsmütze
verdammt das ist meine
da steht meow drauf
und das ist ein schutz
weil katzen immer schutzkatzen sind
weil er nämlich allergisch auf katzen ist (also nicht der typ aus der aktuellen situation, ich hoffe ihr versteht, was ich meine und wenn nicht, sorry not sorry)
ich bin ganz cool geblieben
habe gelacht  
scherze gemacht
und bin innerlich zerbrochen
der typ labert und labert
will mir ein blödes zeitungsabo verkaufen
ich will das nicht
aber ich muss doch nett sein
darf niemandem weh tun
ich sage, dass ich mir das überlegen muss
er will gründe wissen
aber ich kann doch schlecht sagen
dass kein mann der welt
jemals wieder 
so viel 
über mich wissen darf
und wenn es nur mein name ist
das geht nicht
außerdem kommt der viel zu nah
so ekelhaft
irgendwann habe ich es geschafft
nachdem ich ihm auf seine frage
ob er denn sympathisch sei
ins gesicht gelogen habe
für die wahrheit war ich 
mal wieder zu feige
ich laufe weiter
immer schneller
weg hier, bloß weg
die rote ampel ist mir so egal
ich bin in meinem tunnelblick
weglaufen ist das einzge
was gerade zählt
autos hupen
ich hätte tot sein können
bin ich aber nicht
verwirrt renne ich das letzte stück
damit nicht noch mehr menschen wütend sind
weil ich wieder alles falsch gemacht habe
ich will doch nur verschwinden
es tut alles so weh
der bus kommt zum glück auch sofort
immer weiter weg von hier
ich habe immer noch angst
meine beine fangen wie wild an zu zittern
auf dem weg von der haltestelle 
in meine wohnung
rase ich schon wieder
mir wird bewusst, was passiert ist
mein atem wird schneller
ich beginne zu hyperventilieren
panik steht in meinen augen geschrieben 
die männer bekommen mich immer wieder
ich kann nicht entkommen
niemals
ich renne die treppen hoch
knalle die tür hinter mir zu
verkrieche mich in einer ecke meines zimmers
der kopf knallt gegen die wand
fester und fester
aber es dröhnt immer noch so laut
fehlerfehlerfehler
es soll doch nur aufhören
ich halte das nicht aus
alles ist so unsicher
langsam werde ich ruhiger
aber in mir drin tobt das chaos
warum immer ich ?
warum verdammt?

Sonntag, 24. Januar 2016

Donnerstag, 21. Januar 2016

engel tragen weiße t-shirts

ein jahr bist du weg
dabei kannte ich dich noch nicht einmal
gar nicht
und ich werde dich auch niemals kennenlernen
aber ich weiß, dass du eine lücke hinterlassen hast
ich denke zurück an all die traurigen nachrichten
ich habe versucht die seelen zu retten
und wollte doch nichts mehr als es dir gleichtun
die verheulte sprachnachricht
wo sie mir sagte, dass ich nicht gehen darf
ich muss bleiben
und ich bin geblieben
aber sie hat mich nicht mehr ausgehalten
ich bin zuvielzuvielzuviel
als ich heute über die brücke gelaufen bin
als ich auf die gleise geblickt habe
kamen mir tränen
einfach so
weil du fehlst
irgendwie auch mir
pass gut auf die seelen auf
sie vermissen dich alle sehr
aber ich schaffe es einfach nicht
ich verliere den kontakt
ich bin nichtgutgenugvielzukrankeinfehler
ich will einfach nur verschwinden
es soll aufhören
ich weine schon wieder
wegen dir
wegen des datums
wegen des schmerzes
wegen meines daseins
ich bin immer noch hier
aber die daseinsberechtigung
kann ich mir nicht leisten
niemals

Dienstag, 19. Januar 2016

Schicksal

vielleicht war es gut, dass ich nicht auf die gleise gegangen bin
sie sahen so schön aus, so friedlich
und zwei minuten später rast ein zug an mir vorbei
ich hätte tot sein können, denke ich
ganz leicht
verschwinden
diesen andauernden schmerz nicht aushalten müssen
vielleicht wäre es besser so gewesen
aber vielleicht war es auch schicksal
und schicksal ist niemals ein schicker saal
auch wenn es so sehr danach klingt
mein schicksal ist hässlich
dabei würde ich es noch nicht einmal so nennen
denn es fühlt sich an
als hätte ich diese hässliche rumpelkammer verdient
all der schmerz gehört zu mir
es ist die strafe für mein dasein
denn eine daseinsberechtigung hatte ich nie
ich war immer nur geduldet

Freitag, 15. Januar 2016

Seele baumeln lassen

das sagt man doch so
hat sich eigentlich schonmal irgendjemand gedanken darüber gemacht?
ich meine warum bitte baumeln lassen?
denn meine seele hängt mittlerweile an einem winzigen faden
sie droht abzustürzen
die dreckige schlinge zieht sich zu
meine seele
endgültig tot

Montag, 11. Januar 2016

"du hast bestimmt schon wieder abgenommen."
ich weiß, dass du es nicht böse meinst, aber warum verdammt reduzierst du mich ständig auf meinen körper, mama? ja, ich habe damit zu kämpfen. noch habe ich leichtes übergewicht. aber das ist momentan mein geringstes problem. ich habe viel mehr mit mir selbst zu kämpfen, aber das siehst du nicht. und ich bin müde geworden, es dir wieder und wieder zu zeigen. verstehen wirst du mich ja doch nicht. solange ich lächle, ist alles in ordnung. da ist aber im moment gar nichts in ordnung. ich bin froh, dass ich jetzt meine ruhe habe. alleine in meiner wohnung bin. hier kann ich machen, was ich will. ich habe mich gefreut, dass du gestern angerufen hast, aber du sorgst auch schon wieder dafür, dass ich ein schlechtes gewissen bekomme, wenn ich nicht alle zwei wochen zu besuch komme. aber das werde ich dieses mal nicht. sonst kann ich mir die klausuren nämlich direkt abschminken. als ich dir dann noch erzählt habe, dass ich viel über lebensmittel nachgedacht habe, und nach und nach versuchen möchte, auf eine vegane ernährung umzusteigen oder zumindest an ein paar tagen in der woche, bin ich nur auf widerstand gestoßen. ich habe gesagt, dass ich schauen muss, wie ich das dann mit dem brotbelag mache, weile ich die totale käseliebhaberin bin und brot einfach liebe. ich bin kein fan von müsli und porridge.. aber irgendwie werde ich da noch einen weg finden. du hast direkt abgeblockt und meintest nur, dass ich doch irgendwas essen müsse und ich da doch ruhig auch milch und eier essen kann. klar, können kann jeder, aber ich will das eigentlich nicht mehr. wenn ich nach den klausuren wieder mehr zeit habe, werde ich mich ausführlicher mit dem thema beschäftigen und einiges ausprobieren. außerdem werde ich so einiges aus meinem bad verschwinden lassen, wenn ich es aufgebraucht habe. das dauert wahrscheinlich noch gefühlt 100 jahre, aber ich werde kein shampoo, kein deo und auch sonst weniger dieser chemiekeulen kaufen. und nein, ich werde nicht ekelhaft. ich werde mein deo selbst machen, geht nämlich ganz einfach mit backnatron. :) und meine haare werden, sobald das shampoo alle ist, nur noch mit seife gewaschen. ich möchte einfach minimalistischer werden. es gibt so viele unnütze dinge, die wir täglich benutzen, obwohl der körper so viel bessere eigene systeme dafür hat, die wir außer kraft setzen.

Sonntag, 10. Januar 2016

mee(h)r

ich schwimme irgendwo im gedankenmeer. selten erreicht mich noch ein wort. dabei stürzen so schrecklich viele auf mich ein, die alle irgendwie sortiert werden wollen. schlucken. schlucken. schlucken. die worte müssen in meinen kopf. meine hand tut schon weh vom schreiben. und immer wieder schnellt sie in richtung kopf. einfach so. ich wehre mich mittlerweile nicht mehr. das habe ich längst aufgegeben. diese kurzen momente. sie sind zur gewohnheit geworden. mein alltag besteht nur noch aus wenig schlaf, lernen und essen. ab und zu sport, okay mindestens zweimal in der woche. ich bin leer. aber nicht mehr so leer wie vor einer woche. da ist mehr. mehr, was endlich leben und nicht im meer untergehen will. mehr, was schon wieder viel zu viel ist. deshalb sind hier auch nur die kleinen buchstaben, weil die großen viel zu laut sind. viel mehr. gewicht haben. so wie ich. seit drei wochen habe ich auf keiner waage mehr gestanden. ich hab ja schließlich auch keine. und ich will es auch gar nicht so genau wissen. ich weiß, dass ich mehr bin. ich spüre wie ich untergehe. im meer. es zieht mich nach unten. in die stille. der tiefsee.

Freitag, 8. Januar 2016

Wahrheit

"Also läuft bei euch Zuhause auch nicht alles so toll?", hast du mich gefragt als du mich noch nach Hause gefahren hast. Ich wollte ehrlich sein, weil ich Lügen hasse. Ich habe dann gesagt: "Aus Sicht meiner Familie ist alles in Ordnung, zumindest tun sie so. Sie wollen nicht wahr haben, was da alles falsch läuft. Ich sehe das ein bisschen anders. Ich gehe dort kaputt. Papa ist einer der Gründe, warum ich so kaputt im Kopf bin." Du hast mir zugehört und mich nicht verurteilt. Du hast auch gesagt, dass es gut ist, dass ich wieder zu mir fahre. Und es hat mir schon wieder weh getan, zu gehen. Warum belügt sich meine Familie andauernd selbst? Warum verstehen sie nicht, dass da so viel falsch läuft und ich verdammt nochmal nicht das einzige Problem bin? Ich will nicht ständig vorgeworfen bekommen, dass die anderen ja so sehr leiden, wenn ich mich nicht melde. Wenn ich da bin, komme all die alten Dinge wieder hoch. Ich leide. Ich war wieder kurz davor zu verschwinden. Ich habe nicht aufgegeben, weil da ein wundervolles Menschlein in mein Leben gekommen ist, das mich noch kennenlernen will. Aber ich gehe zugrunde, wenn das so weiter geht. Ihr versteht nicht, wie sehr ich täglich kämpfe. Ich will nicht die Famile zusammenhalten müssen, weil da nichts mehr ist, was man Familie nennen kann. Ihr habt mir so viele Geschenke gegeben, dabei habt ihr nicht verstanden, dass Glück und meine Seele schon mal gar nicht mit Geld zu kaufen ist. Die einzige, die ich noch ertragen kann ist meine kleine Schwester, aber ihr kann ich nichts erzählen, weil sie euch blind vertraut und alles weitersagen würde. Es tut mir weh, sie anlügen zu müssen, aber es geht nicht anders.
Als ich euch das letzte Mal gesehen habe, hat Papa gefragt, ob er mich in den Arm nehmen darf. Ein Fortschritt könnte man meinen, aber ich weiß genau, dass es nur eine rhetorische Frage war, weil ich mir sonst noch jahrelang anhören darf, dass ich an diesem Tag nicht in den Arm genommen werden wollte. Ich habe mir gewünscht, dass es aufhört, sofort. Die wenigen Sekunden haben sich ewig gezogen. Und dann konnte ich endlich die Tür zu machen und war alleine.
Aber es wäre ja zu einfach, wenn dann alles besser wird. Mein inneres Kind hat kurzerhand beschlossen, dass es doch wieder zurück will, weil da die tollen Leute beim Klettern sind, wo ich mich sicher fühle. Weil die auf mich aufpassen und weil da immer irgendwer den Papa für mich spielt, den ich nie hatte. Ich bin stark geblieben. Ich bin hier und es wird besser.
In zwei Wochen habe ich ein Erstgespräch bei einer Therapeutin und hoffe einfach, dass es mit ihr passt. Dann bin ich hoffentlich auch diese unfassbar unfähige Betreuerin los, die bei jedem Mist komisch grinst und so ziemlich die naivste Person ist, die ich kenne. Und immer tatscht sie mich so komisch an. Hand geben ist schon schlimm genug.
Die einzige Angst, die immer bleibt ist, dass ich die Leute beim Klettern verlieren könnte. Dass sie mich nicht mehr ertragen. Dass sie mich vergessen. Okay für vergessen bin ich viel zu krank. Aber ich brauche diese Menschen. Meine Familie in den letzten drei Jahren. Ich fühle mich so alleine.

Träumer