Freitag, 4. November 2016

bullet proof

Limb by limb and tooth by tooth
Tearing up inside of me
Every day every hour
I wish that I was bullet proof


Wax me, mould me
Heat the pins and stab them in
You have turned me into this
Just wish that it was bullet proof

So pay the money and take a shot
Leadfill the hole in me
I could burst a million bubbles
All surrogate and bullet proof
(bullet proof. I wish I was - S. Carey)

ein neuer anfang. drei uhr morgens. ich bin wach. viel zu früh. schlafen geht nicht mehr. es ist viel zu dunkeldunkeldunkel. also wird eine kerze angezündet. irgendwann döst der körper nochmal kurz ein. halb sieben. der erste wecker klingelt. ich ignoriere ihn einfach. kurz nach sieben. der drölfte wecker klingelt. ich erbarme mich, aufzustehen. schnappe mir meine tasche. stopfe zwei clif bars in mich hinein. und dann geht es los in die uni. welcher mensch legt vorlesungen auf morgens um acht? okay, akademisches viertel gibt's ja auch noch. also viertel nach acht. aber trotzdem, warum? na gut. ich war gespannt auf den neuen prof. die klausur differentielle und persönlichkeitspsychologie fiel ja wegen des letzten urlaubs in der klapse leider flach. und siehe da. es ist so unfassbar viel besser. da steht nicht mehr der öko opi mit seinen bioenergiedörfern, bei dem man aufpassen musste, nicht jeden moment einzuschlafen. nein, da ist jetzt ein etwas verpeilter junger prof mit hang zu polemik und ironie. er erklärt seinen stoff anhand von game of thrones, herr der ringe und the big bang theory. seine literaturempfehlung sieht neben zwei lehrbüchern so aus:
Tolkien, J.R.R.
The Lord of the Rings (nur ein „Nebenprodukt“)
The Silmarillion
UnfinishedTales
History of Middle-Earth

Martin, G.R.R.

A Song of Ice and Fire
alternativ: HBO‘s „Game of Thrones“

The Big Bang Theory: alle Folgen
zum Schluss: Ein bischen Star Trek kann nie schaden

sehr erheiternd das ganze und einschlafen ist definitiv unmöglich. dazu ist er auch eher der kumpeltyp. das seminar hatte ich ja letztes jahr schon gemacht, dummerweise ist für ihn das seminar aber zu 30% teil der klausur. wie wir das jetzt genau regeln, haben wir dann draußen bei einer zigarette geklärt (nicht dass ich rauche, aber er). eine kommilitonin betraf das auch noch und zum schluss haben wir ihm dann noch den weg zu seiner nächsten veranstaltung erklärt.
ich bin dann schnell weiter zu einer studie gehetzt, ein bisschen geld dazuverdienen kann nie schaden.danach kurz pause und ab ins seminar, was ich ja eigentlich schon abgeschlossen hatte. aber es war so unfassbar spannend. titel des ganzen ist "personality, sexuality and violent crime". ich bin heilfroh, dass das ganze auf englisch ist. das macht es irgendwie weniger triggernd (gerade sexualität ist ein riesiger trigger, aber so geht es ganz gut. es ist nicht ganz so real). und prof cool, macht es eben auch richtig toll. täterprofile von massenmördern finde ich super spannend. auf die sitzungen zu dem thema freue ich mich schon richtig. allein, was jeffrey dahmer alles angestellt hat, nur weil er kontolle haben und zombies erschaffen wollte. da allerdings komplette kontrolle bei menschen nicht möglich ist, musste er sie dann am ende doch alle umbringen. oder armin meiwes, der nur leute umgebracht hat, die sterben wollten. im gegensatz zu  den tollen veranstaltungen wirkte die vorlesung klinische dann richtig langweilig. mittlerweile überlege ich wirklich, ob ich überhaupt hingehen soll. im endeffekt ist eh nur das buch klausurrelevant.
mittlerweile habe ich auch die zweite woche uni überlebt. es ist viel passiert, aber der entwurf dieses beitrages schlummerte dort schon über eine woche.. vielleicht verliere ich über den rest bald auch ein paar worte. und eigentlich fehlt auch immer noch der beitrag zur buchmesse. ob der wohl jemals kommen wird? ich weiß es nicht.

Dienstag, 18. Oktober 2016

licht und schatten

Paint yourself a picture
Of what you wish you looked like
Maybe then they just might
Feel an ounce of your pain


Come into focus
Step out of the shadows
It's a losing battle

There's no need to be ashamed

 
Cause they don't even know you
All they see is scars
They don't see the angel
Living in your heart

Let them find the real you
Buried deep within
Let them know with all you've got
That you are not your skin

When they start to judge you
Show them your true colors
And do onto others
As you'd have done to you

Just rise above this
Kill them with your kindness
Ignorance is blindness
They're the ones that stand to lose

Cause they don't even know you
All they see is scars
They don't see the angel
Living in your heart

Let them find the real you
Buried deep within
Let them know with all you got
That you are not your skin
(Skin - Sixx:am)


schatten
viel zu früh. nach viel zu wenig schlaf sitze ich auf dem fahrrad und fahre mal wieder in die kletterhalle. bald kann ich da einziehen, da spare ich mir wenigstens den weg nach hause. die bretter im boulderraum müssen wieder an die wand. und ich arbeite mit dem grenzüberschreitendsten menschen zusammen, den ich kenne. mir fallen die augen fast zu. deshalb traue ich mich nicht, meinen bedarf zu nehmen. noch müder muss echt nicht sein. also augen zu und durch. es geht schon gut los mit von hinten berührt werden. und dämlichen kosenamen, die teilweise triggernd hoch zehn sind. genau die worte, die der erzeuger immer benutzt hat. ich bin schon längst nicht mehr hier. dann bemerkt der mensch eigentlich ist es ja ein ungeheuer die narben auf meinem arm. dumme kommentare. "ich weiß was das ist". "hättest du das nicht woanders machen können?". wie ich diese aussage hasse. nein verdammt. ich mache das nicht zum spaß. und wenn es in dem moment der arm sein muss, dann ist das nunmal so. und mir ist es auch scheißegal, was die leute von mir denken. nachdenken kann doch sowieso niemand mehr. ich habe immer noch panik, etwas falsch zu machen. komme nicht wirklich mit dem akkuschrauber klar. ich dissoziiere auf und davon. sitze ziemlich weggetreten auf dem boden, als meine lieblingskollegin reinkommt. mit einem blick stellt sie fest, dass da etwas ganz und gar nicht gut läuft. kann mir aber leider auch nicht helfen. irgendwie schaffe ich es. dann ist pause. ich bekomme immer noch nicht viel mit. das monster will mir eine brezel ausgeben. ich lehne dankend ab. ich lasse mich nicht kaufen. und schon wieder diese namen. verdammt, ich heiße anna. nicht püppi, schätzelein oder sonstwie. und ich will auch nicht über meine probleme reden. das soll arbeiten sein und keine therapiestunde und dir erzähle ich sowieso schonmal gar nichts. dann soll ich selbst entscheidungen treffen. ich weiß kaum wer ich bin und soll entscheidungen treffen. super idee. aber was weißt du schon. hauptsache ich lächle. das sagst du immer wieder. ich solle doch lächeln. und stolz auf mich sein. und mir reißt doch niemand den kopf ab. aber erstens ist mir nicht nach lächeln und schon gar nicht für dich. zweitens kann ich nicht stolz auf mich sein, weil  ich am liebsten gar nicht mehr hier wäre und auf mein leben scheiße. und drittens sind hier gerade so viele situationen unfassbar triggernd, dass es sich verdammt nochmal so anfühlt als würde mir gleich jemand den kopf abreißen. aber irgendwann ist es geschafft. ich kann mich umziehen und darauf warten, dass meine lieblingskollegin mit ihrer schicht fertig wird. in der zwischenzeit will mir das monster sein monsterkind aufs auge drücken, weil er mal  ne pause vom sichern braucht. ich will aber nicht mit diesem dummen kind klettern. ich brauche ruhe und suche verzweifelt die tür ins hier und jetzt. irgendwie schaffe ich es, nein zu sagen. es fühlt sich furchtbar an, aber ich kann nicht mehr. und ehrlich gesagt helfe ich ungern menschen, die im internet über andere herziehen. egal, was für einen mist seine exfrau verzapft hat, das gehört nicht öffentlich auf facebook. spätestens an dem punkt hatte er komplett verschissen. 

licht
endlich ist die schicht der lieblingskollegin vorbei. wir fangen an zu klettern. ich entspanne mich. werde ruhiger. und auch wieder klarer im kopf. klettern hat doch noch immer geholfen. das monster will sich ständig eine bank zum sichern holen, weil er zu faul zum stehen ist. aber ich bin wieder klar genug, dass ich meine autorität deutlich machen kann. so langsam finde ich auch meinen spaß daran und kann zumindest ein bisschen was von dem zurückzahlen, was er bei mir angerichtet hat. nach einiger zeit kommt noch eine freundin von der lieblingskollegin. wir lachen so viel zusammen. ich komme an. im leben. für einen kurzen augenblick. wir haben uns auf anhieb verstanden. auch hier werden die roten linien angesprochen. aber in einem guten kontext und ohne zwänge. ich muss nicht reden. aber ich kann. und das ist wichtig. den rückweg fahre ich zusammen mit der freundin der lieblingskollegin. wir reden und reden und ich bin fast glücklich. da wo schatten ist, da ist auch licht. auch wenn die dunkelheit mich im moment einnimmt. aber jeder dieser augenblicke ist wertvoll und tut so unendlich gut.

Sonntag, 16. Oktober 2016

eigentlich.

manchmal tauche ich unter um nicht unterzugehen. 
manchmal läuft mein leben weiter und ich bleib an der ecke stehen.

eigentlich ist alles okay. eigentlich tut's gar nicht so weh. 
eigentlich fühl ich mich nicht allein. eigentlich ja heißt nein.
(eigentlich - tiemo hauer)

Samstag, 8. Oktober 2016

into the darkness

War is coming
War is crying out
The world is shaking
The sky is falling down - the sky is falling down

Into the Darkness - we are one
Into the Darkness - we all must run
Into the Darkness - we'll burn a light
Into the Darkness - we all must fight, we all must fight

Somethings coming
Somethings on its way
Mountains are crumbling
Like statues of clay - somethings on its way

Into the Darkness - we are one
Into the Darkness - we all must run
Into the Darkness - we'll burn a light
Into the Darkness - we all must fight, we all must fight
(into the darkness - the phantoms)


schreie in der nacht. mama. immer wieder. mama. immer lauter. mama. immer verzweifelter. mama. mein körper beginnt zu beben. mama. ich versuche zu beruhigen. ich schreie nicht. menschen schauen diese komische gestalt an. dick eingepackt mit mütze, schal und dicker jacke sitzt ein wankendes etwas auf dem fahrrad. ich schreie doch gar nicht, will ich auch diesen menschen sagen. ihre blicke tun so weh. aber da bin ich schon vorbei gerast. die nacht ist dunkel. ich kann mich nicht wehren. immer wieder wechselt es. abgebrochene schreie. meine beruhigungsversuche. und dann doch wieder schreie, weil ich zu wenig kontrolle habe. irgendwer muss hier ja schließlich noch auf den weg und die autos achten. dann kommt die stelle mit den dichten bäumen. schhh. mache ich immer wieder. schhh. es beginnt zu regnen. jetzt bloß nicht ausrutschen, denke ich. ich spüre nur noch die heißen tränen, die mir in den augen stehen. aber weinen klappt nicht. zu schnell sind die wechsel zwischen angst haben und ganzganz klein sein und verantwortungsbewusst und erwachsen sein. zerbrechen und trösten. irgendwie alles gleichzeitig. der körper findet den weg nach hause. keinen unfall gebaut. artig an allen ampeln gehalten. fahrrad in den keller gebracht. überlebt. wieder einmal.

Freitag, 23. September 2016

house on a hill.

Somewhere in the end of all this hate
There's a light ahead
That shines into this grave that's in the end of all this pain
In the night ahead there's a light upon this
House on a hill
The living, living still
Their intention is to kill and they will, they will
But the children are doing fine
I think about them all the time
Until they drink the wine and they will, they will, they will

Somewhere in the end we're all insane
To think a light ahead can save us from this
Grave that's in the end of all this pain
In the night ahead there's a light up on this

House on a hill
The living, living still
Their intention is to kill and they will, they will
But the children are doing fine
I think about them all the time
Until they drink the wine and they will, they will, they will

I am not afraid
I won't burn out in this place
My intention is to fade and I will, I will
In this

House on a hill
The dead are living still
With intentions to kill and they will, they will
Keep your children safe inside
Out of pocket, out of mind
Until they drink the wine and they will, they will, they will
(house on a hill - the pretty reckless)


3,2,1
ich beginne zu zittern. ekelhafte 21 jahre alt. ich will nicht. ich will nicht. ich will nicht. aber es ist die realität. es ist fucking 2016. 

ich habe gerade meinen eigenen geburtstagskuchen gebacken. ironie des schicksals oder so. ich habe keine ahnung. dieses jahr wird es keine feier geben. kein besuch. keine geschenke. okay das päckchen von meinem onkel mit den beiden büchern wird kommen, aber das ist okay. da weiß ich, was passiert. ich habe angstangstanst, was von den erzeugern kommt. ich will meine ruhe. werde fliehen. fahre nach juist. komme erst dienstag wieder. in der jugendherberge gibt es kein veganes essen. ich habe für die fahrt zwei babygläschen und für jeden tag einen clifbar. das muss reichen. irgendwas muss die fresserei ausgleichen.

das wunderkind hat mich gefragt, wen ich denn mitnehme in den urlaub. für mich ist es wieder nur ein davonkommen und das ist ja bekanntlich ein hässlich verpacktes geschenk. es wird niemand mitkommen. wer auch? ich habe ja niemanden. und dann werde ich ins meer spucken, wie s. immer gesagt hat. damit sich eines tages unsere spucke trifft, die sie im urlaub ins meer gespuckt hat. mit dem unterschied, dass s. mal wieder nichts von mir wissen will. sobald ich schwäche zeige, rennt jeder davon. ich dachte, dass wir uns wieder nähern könnten. dass es so wird wie damals, hatte ich nie erwartet. aber ein kleines bisschen kontakt. schließlich habe ich sie mal beste freundin genannt. aber das kann ich mir wohl abschminken. lese die alten briefe von ihr. wie sie schrieb, dass ich mich nicht zu verstellen brauche und einfach anna sein soll. aber wenn ich genau das tue, rennt jeder weg. und wer bin ich überhaupt? ich weiß es nicht mehr.

ich kann das nicht mehr. habe ein bild auf instagram gepostet. will nur noch verschwinden. menschen nennen mich schön. ich bin nichtschön. ich bin ein monstermonstermonster. fresse seit drei tagen pausenlos. dieses bild ist erträglich. wenn ich so im sarg aussehe, ist es okay. ich stelle mir die ganze zeit vor, dass ich ganz friedlich im sarg liege. legt mich genau so hinein und dann lasst mich untergehen. im meer. ich gehe mein leben lang unter, dann möchte ich auch, dass mein körper dort endet.

Mittwoch, 21. September 2016

homeward bound.

A leaf in the breeze
The smoky morning haze
The sun on her face
And the touch of lovers hands
The pain that comes today
Is here, then goes away

And we are homeward bound
And I
I want this more than life
I want this more than life
I want this more than life
To touch something real
Will help your wounds heal
Like the sun on your face
The dreams of starry nights

And we are homeward bound
And I
I want this more than life
I want this more than life
I want this more than life

I want this more than life
(more than life - whitley)

ich werde flüchten vor diesem schrecklichen tag. fahre freitag spontan ans meer. das lässt es mich hoffentlich besser aushalten. und wenn nicht, kann ich meinen fetten körper einfach untergehen lassen. ich habe mir sowieso immer eine seebestattung gewünscht, da kann ich das auch selbst machen. niemand wird mich vermissen. auf einmal kommt alles hoch. ich kann nicht mehr verdrängen. meine schwester schickt mir glückliche bilder von sich und mama aus florenz. mir hat niemand etwas gesagt. sie ist so oft unterwegs. hat freunde, die gerne mit ihr wegfahren. und ich? ich habe niemanden. ich verschwinde in der stille und hoffentlich bald im rauschen der wellen. das glück ist ungefähr so real wie ein science fiction film real ist. ich stopfe mich mit essen voll. schlage meinen kopf gegen die wand. würde mir am liebsten die arme aufschneiden, habe aber keine lust, meine chefin zu beunruhigen und mit ihr über mein ach so schlimmes leben zu fachsimpeln. ich steigere mich da sowieso wieder in irgendwas hinein. freundschaft werde ich wohl niemals verstehen, von liebe mag ich gar nicht erst anfangen. wenn ich schon an so viel nähe denke, wird mir schlecht. ich habe zu oft zu viel gegeben für menschen, die mich am ende alle im stich gelassen haben. hatte ich jemals auch nur eine einzige freundschaft? ich habe immer alles alleine geschafft. irgendwie. da bin ich wenigstens nicht an andere menschen gebunden. menschen, die so sehr angst machen können. die wenigsten sind achtsam genug, um zu verstehen, wann es zu viel wird. wann grenzen erreicht sind. sie meinen es bestimt nicht böse, aber eine falsche berührung kann solch eine angst auslösen, dass ich mich für die nächsten wochen bei niemandem mehr melde. ich bin immer noch viel zu viel. die elitedonuts sind so lieb. hören sich all mein geheule an und trotzdem habe ich das gefühl, dass ich störe. am besten breche ich den kontakt zu allen menschen ab. dann habe ich wenigstens keine verpflichtungen mehr. halt kann ich sowieso nicht erwarten. niemals nie. auch wenn sich klein anna immer wieder an alle möglichen menschen hängt, weil sie sich so sehr einen papa wünscht, der aufpasst. aber den wird es nicht geben. nicht in diesem leben. ich bin auf dem heimweg. dem letzten meines kläglichen lebens. ich werde davonwehen. wie ein blatt im wind.

Sonntag, 18. September 2016

under the water

Lay my head, under the water
Lay my head, under the sea
Excuse me sir, am I your daughter?
Won't you take me back, take me back and see?

There's not a time, for being younger...
And all my friends, are enemies
And if I cried unto my mother
No she wasn't there, she wasn't there for me

Don't let the water drag you down (Don't let the water drag you down)
Don't let the water drag you down

Broken lines, across my mirror
Show my face, all red and bruised
And though I screamed and I screamed, well, no one came running
No I wasn't saved, I wasn't safe from you

Don't let the water drag you down (Don't let the water drag you down)
Don't let the water drag you down

Don't let me drown, don't let me drown in the waves
I could be found, I could be what you had saved

Saved, saved, saved...

Lay my head, under the water
Aloud I pray, for calmer seas
And when I wake from this dream, with chains all around me
No, I've never been, I've never been free

No, I've never been, I've never been free
No, I've never been, I've never been free
 
(under the water - the pretty reckless)
 
 
 
lasst mich untergehen in dem meer. ich halte diese woche nicht aus. ich kann das nicht. will doch nur noch verschwinden. verstecke mich in der stille. beginne wieder, essen in mich hineinzustopfen. noch ist es recht kontrolliert. ich kann das stoppen. für mich ist es zuvielzuvielzuviel. obwohl es wohl eigentlich genau das ist, was mein körper braucht. drei tage hintereinander funktionieren. jetzt ist keine kraft mehr da. gestern habe ich schon um neun geschlafen. war dann zwar alle paar stunden wach (um elf, um fünf, um sieben, um acht), aber es war notwendig. fühlt sich immer noch blöd an. genauso wie der schokoriegel gerade, aber den hat sich klein anna so sehr gewünscht und es war auch wirklich lecker (vivani dark nougat croccante, wird irgendwann mal in großen mengen im schokoladenoutlet bestellt, wenn das mit dem essen stabiler ist). ansonsten muss ich irgendwie durchhalten. ich habe so angstangstanst vor dieser woche. nienienie wollte ich 21 werden. niemals. es ist das erste mal ohne scheinheilige familienfeiern und heimliches flüchten von ebendiesen. ich habe nicht den geringsten plan, was ich dieses jahr damit anfangen soll. am liebsten würde ich vorher verschwinden. aber wenn ich es doch ertrage, kann ich vielleicht arbeiten oder mich mit essen vollstopfen. was für überaus tolle pläne. von den billigen plätzen kommen gerade vorschläge von blutbädern, bahnschienen und brücken. hätte was. irgendwie.

Sonntag, 11. September 2016

I'm not broken, I'm alive
I've been kicked down, but I'll survive
never give up, never hide
I won't go down without a fight
you can drag me down till I'm out of breath
you can rip my heart right out my chest
not broken, I'm not broken
(not broken - girl on fire)

ganz langsam und unbemerkt habe ich mich wieder in der stille verkrochen. es ist so viel leichter. aber ich will das nicht. klar, ich bin immer noch viel zu lautlautlaut, sodass es weh tut, aber meine stimme zu verschlucken ist so unfassbar schmerzhaft, dass ich irgendwie einen mittelweg finden muss. aber wie geht über das unsagbare schreiben und reden, ohne zu sehr nach aufmerksamkeit zu schreien? wer sagt mir, dass ich mich nicht in irgendetwas hineinsteigere? und dann schreit es wieder im hinterkopf, dass ich doch überhaupt nicht krank bin. darf ich mich über die schlimmen stunden beschweren, wenn es auch lichtmomente wie heute gibt? es war so schönschönschön. draußen klettern gehen. die freiheit spüren. und das erste mal unbekannte routen einfach vorsteigen, weil n. eine verletzung hatte und b. noch nicht vorsteigen kann bzw. deutlich schwerer als ich ist. also habe ich alles gemacht und es hat funktioniert. den ganzen tag unter leuten ausgehalten. keine angst vor b. haben, obwohl er männlich ist. bauchfrei rumrennen und mich nicht die ganze zeit verstecken wollen (okay, der klettergurt war genau an der stelle und die hose habe ich hochgezogen, aber trotzdem). ein brötchen mit unbekannten kalorien essen. abends rein gar nichts von meinem essen abwiegen. noch tonnen von obst in mich hineinstopfen und dann beschließen, dass wohl heute cheatday ist. jetzt angst haben, dass ich es später bereuen werde. dazu ein bisschen angst vor morgen. oder eher ein bisschen mehr. erst zum gesundheitsamt wegen der lebensmittelbelehrung für die arbeit und danach noch arbeiten. es sind zwar nur vier stunden und auch nur die mittelschicht, sodass ich um 20uhr feierabend habe, anstrengend wird es aber definitiv. ich hoffe, dass ich durch das ganze essen heute ein bisschen mehr energie haben werde und nicht zwei tage pause brauche, bis ich wieder sport machen kann. essen habe ich relativ gut unter kontrolle. ich finde es okay, auch wenn ich natürlich weiß, dass ein mensch, der viel sport macht mit 1200kcal nicht so ganz klarkommt (aber keine wirklichen fressanfälle mehr, juhu). deshalb fuckt der körper auch ein bisschen ab und macht nach einem powertag eben zwei tage lang pause. mich regt es auf, aber mehr essen fällt so schwer. und der zustand, wenn ich durch zu wenig energie leicht weggetreten bin und so vor mich hin dissoziiere, passt mir momentan ganz gut. ich schiebe all die gedanken weg. funktioniere bis es nicht mehr geht. mache pause. funktioniere. pause. funktionieren. zusammenbrechen. funktionieren. überleben.

Montag, 22. August 2016

schnee im august.

ich erzähle nach wie vor von den lichtblicken, weil ich über den schmerz kein wort verlieren darf. aber ich mag meine stimme nicht schon wieder verlieren, deshalb ist es vielleicht okay, wenn ich mir einfach ein paar schöne augenblicke aussuche. außerdem ist mein schmerz sowieso lächerlich und unwichtig gegenüber dem, was andere ertragen müssen. ich funktioniere. (und fresse und schreie und weine und blute und schweige.)

ich hatte es nicht für möglich gehalten, aber ich habe menschen gefunden, die mich ertragen  und sogar freiwillig fragen, ob ich mit raus an den fels zum klettern kommen möchte. und wie ich das wollte. also habe ich einmal alle sorgen beiseite geschoben und den körper auf überdreht gestellt. noch in der ersten route wurden wir vom regen überrascht, aber auch das haben wir überlebt und uns dann unter einem felsvorsprung in sicherheit gebracht. in dem moment als ich sagte, dass es ja nur noch nieselt, ging es richtig los mit dem gewitter, was ich ja sonst so sehr liebe. zum klettern ist es aber eher unpraktisch. und ab dem moment wurde der tag zum gegenteiltag. als es aufgehört hatte zu regnen, sind wir lachend zum nächsten felsen gelaufen und bevor ich ganz ausgesprochen hatte, dass das wetter so bleiben soll, habe ich mich korrigiert. hoffentlich regnet, donnert, blitzt, gewittert, hagelt, schneit es. das wurde dann irgendwie zum running gag. schnee im august. aber warum auch nicht? es ist schließlich deutschland. und in diesem sommer scheint alles möglich.

Sonntag, 14. August 2016

alive.

I’m still breathing
I’m still breathing
I’m still breathing
I’m still breathing
I’m alive
I’m alive
I’m alive
I’m alive 
You took it all, but I’m still breathing
(alive - sia)

seitdem ich dieses lied bei achlys auf dem blog gehört habe (danke dafür. wirklich), kann ich nicht mehr damit aufhören. es läuft einfach den ganzen tag lang. ich habe schon so ziemlich jedes gefühl durch, obwohl erst wenig zeit verstrichen ist, seitdem ich es das erste mal gehört habe. es ist eines dieser wenigen lieder, bei denen ich sowohl lachen als auch weinen kann. gerade ist eher letzteres der fall. denn ich fühle mich alles andere als lebendig. aber ich atme. immer weiter. ja, es ist viel scheiße passiert in den letzten wochen. aber ich atme immer noch. ich habe all das überlebt. den schmerz ertragen. mich selbst zerstört. mich in der stille verloren. mich mit essen vollgestopft. gehungert. exzessiv sport betrieben. notizbücher mit hässlichen worten gefüllt. bin zusammengebrochen. habe vergessen zu leben. aber niemals. nie habe ich vergessen zu atmen. denn selbst wenn ich es versucht habe, hat sich meine lunge doch immer wieder mit luft gefüllt. mir wurde so viel genommen. so viel salz in alte und neue wunden gestreut. aber ich habe überlebt. wie immer. und irgendwie verwirrt mich das. es überrascht mich. es macht mich traurig. ich versuche verzweifelt, mitzusingen. aber I'm alive will einfach nicht über meine lippen kommen. meine stimme versagt. jedes mal. es fühlt sich so falsch an. so wenig nach leben. es ist immer noch ein kampf. ums blanke überleben. aber vielleicht ist es okay, sich einfach einen größeren sorgenfresser zu kaufen, weil der alte überfordert war. und solange ich noch lächeln und winken kann, wird es ja wohl nicht so schlimm sein.

Montag, 8. August 2016

träume..

(ich mag nicht darüber schreiben, was gerade ist. es ist zu viel. aber ich lebe und atme und komme irgendwie durch diese schwarze zeit.)

ich träume...
...davon, mit einem einkaufswagen durch die straßen zu rauschen
...davon, hand in hand mit jemandem über felder und wiesen zu rennen
...davon, vor lachen nicht mehr atmen zu können
...davon, über schmale mauern zu balancieren und dabei gehalten zu werden
...davon, draußen zu klettern
...davon, spuren zu hinterlassen
...davon, nachts die sterne zu beobachten und über das leben zu philosophieren
...davon, echte freunde zu haben
...davon, auf fines rücken durch die felder zu rauschen
...davon, ein lagerfeuer am strand zu machen
...davon, lachend im regen zu tanzen
...davon, auf ein festival zu gehen
...davon, schöne geschichten zu schreiben
...davon, getragen zu werden (huckepack einmal quer durch die pampa)
...davon, eine party auf einem dach zu feiern
...davon, auf einem schoß zu sitzen und geschichten vorgelesen zu bekommen
...davon, stundenlang in den arm genommen zu werden
...davon, zusammen zu schweigen
...davon, aufgefangen zu werden, wenn ich falle
...davon, mich unter menschen wohlzufühlen
...davon, glücklich zu sein

Samstag, 30. Juli 2016

.

(in den letzten tagen habe ich einige punkte versandt. nicht immer wurde ich verstanden. es waren lebenszeichen. und ein punkt ist das leiseste zeichen, das ich kenne.)

Dienstag, 19. Juli 2016

Samstag, 2. Juli 2016

himmelworte.



worte können einen himmel in stücke reißen. 
(chapters) 

ich wiederhole diesen satz immer und immer wieder im kopf. ich will nicht vergessen. aber im theater ist es schwierig mit mitschreiben. also spukt seit diesem moment der satz durch meinen kopf. worte können einen himmel in stücke reißen. und mir stellt sich unweigerlich die frage, ob es mehrere himmel gibt. sonst wäre ja die rede von dem himmel und nicht einem himmel. hat jeder seinen eigenen himmel? es existieren buchtitel wie in meinem himmel. aber das ergibt doch alles gar keinen sinn. schließlich leben wir doch alle unter demselben himmel. und das ist logischerweise nur einer. oder muss ich himmel anders definieren? es gibt einen sternenhimmel. da sind wir uns einig. und vielleicht kommen noch ganz viele kleine himmel dazu. ein himmelbett, einen wohnungshimmel, einen gedankenhimmel und der himmel für die vorausgegangenen. und ja, vielleicht hat jeder mensch seinen ganz eigenen himmel. wäre also die sache mit dem himmel geklärt. aber welchen himmel reißen  die worte in stücke? ich gehe jetzt mal von meinem ganz eigenen himmel aus. mein himmel. wolkenverhangen über mir. beherbergt zauberhafte menschenkinder. kommen sie zurück, wenn ich den himmel in stücke reiße? welche worte brauche ich dafür? wie sieht das aus? tut ihnen das weh? sind sie dann trotzdem noch in anderen himmeln? kann ich dich vom himmel holen oder zerbricht dann alles? ich wünsche mir doch nur, dass du hier bist. heute. an diesem tag. ich stelle mir vor, wie du unter dem baum lagst. fünf jahre ist das her. die erinnerungen verblassen immer mehr. ich sehe dich in verlaufener wasserfarbe. aber dein lächeln. es ist so klar wie am ersten tag. niemals werde ich dieses lächeln vergessen. die tränen laufen. all die erinnerungen schaffen es mühelos, mich in stücke zu reißen. welche worte brauche ich? ich möchte dich vom himmel holen. aus meinem himmel befreien. aber geht das überhaupt? und bist du dann noch in anderen himmeln? das zitat stammt ja aus chapters und vielleicht ist es möglich, ein einzelnes kapitel aus dem himmel zu holen. damit wir es umschreiben können. die geschichte soll weitergehen. und nicht schon seit fünf jahren vorbei sein. ich hatte heute das erste mal an diesem datum keinen kompletten zusammenbruch. ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist. denn du fehlst immer noch. auch wenn du nicht mehr jede nacht durch meine träume wanderst und ich nicht mehr überall dein lächeln sehe. du fehlst doch. überall. ich vergieße ein paar tränen und dann stehe ich auf. ich ziehe meine laufschuhe an und laufe los. jennifer rostock schreit mich an. und ich bin nicht mehr zu bremsen. langsamer als sonst. aber auch viel länger. leichter regen auf meiner haut. nur ein paar hundebesitzer sind unterwegs. kilometer für kilometer. ich werde ruhiger. denke nach. du weinst ein bisschen, aber ich glaube ganz fest daran, dass du es gut findest, dass ich aufgestanden bin. hier noch ein schlenker. da noch einer. ich kann nicht aufhören. zurück in meiner wohnung gehen draußen alle schleusen auf. der wind wirbelt lillys worte durch meine wohnung. der regen kommt durchs fenster herein. ich stehe lachend am fenster, weil ich weiß, dass das von dir kam. deine lebendigkeit. sie verschwindet nicht einfach. ich vermisse dich, mein kleiner engel.und irgendwann. sehen wir uns wieder. ganz bestimmt. ♥

Dienstag, 28. Juni 2016

I am sailing, I am sailing
 home again 'cross the sea
 I am sailing stormy waters
 to be near you, to be free

I am flying, I am flying 
like a bird 'cross the sky
I am flying, passing high clouds
to be with you, to be free
(sutherland brothers)

ich gehe unter. im meer. da ist auf einmal wieder so viel. nach einem jahr zurück an dem ort, wo ich mich das erste mal zuhause gefühlt habe. nach einem jahr zurück in dem schmerz. nach einem jahr tolle menschen wieder sehen. aber es war zu viel. beim malen aufpassen, nicht zu dissoziieren. essen in mich hineinstopfen. mir war so schlecht, aber ich musste all das betäuben. nach einem jahr die lieder wieder hören und mitsingen. und dann kommt das eine lied. und ich bin zurück. vor 15 jahren. ich weine und weine und weine. aber heute sind da haltende hände und arme. so viel halt. und dann fahren sie alle wieder. und all der halt verschwindet. ich bin alleine. mit tränenüberströmtem gesicht stehe ich da. spüre den wilden ozean um mich herum. und verschwinde. im meer.

Dienstag, 21. Juni 2016

kontrolle.

ich muss ich muss ich muss. scheiße, wann genau ist diese ordnung und alles schaffen müssen so zwanghaft geworden? ich muss mir alle posts in den vegangruppen auf facebook angesehen haben. ich stoße dort auf tolle foodblogs. ich muss mir dann alle interessanten rezepte abspeichern. wirklich alle. ich muss meine to do listen abarbeiten. ich muss alle posts auf instagram gesehen haben. ich muss auf alle blogger kommentare antworten. ich muss alle blogposts gelesen haben. mein laptop wird langsam bei so vielen offenen tabs. aber ich muss es schaffen. ich muss sport machen. ich muss das auch zu fuß schaffen. bus fahren kann ja schließlich jeder. ich muss es schaffen. ich muss einfach. dabei sollte das ganze doch schön sein und spaß machen. spaß ist hier schon lange nicht mehr. nur enttäuschung, wenn ich es nicht schaffe. genauso wie wenn ich zu viel gegessen habe. oder keinen sport gemacht habe. oder mal wieder die soziale inkompetenz in person war. ich will endlich mal wieder in ruhe lesen. aber wann? ich sitze nächtelang am laptop um dinge zu schaffen. und dann fallen mir um drei die augen zu. da kann ich nicht mehr lesen. und morgens? da überhöre ich regelmäßig meinen wecker. schlafe bis um elf und hasse mich dann dafür. irgendwie spannend zu beobachten, wie hier alles aus dem ruder läuft. ich will doch nur festhalten. die kontrolle nicht verlieren. mittlerweile lache ich über die aussagen aus verschiedenen kliniken. sie haben keine essstörung, das ist nur der stress. haha, mein essverhalten ist also normal. sehr interessant. und dann der test auf die zwanghafte persönlichkeitsstörung. ergebnis: hab ich auch nicht. genausowenig wie borderline, aber das ist eine andere bescheuerte geschichte. keine ahnung, ob ich da mittlerweile mehr kriterien erfülle. aber ich komme mir schon irgendwie ziemlich gestört vor. und mir erscheint das alles doch ein bisschen nach zwängen. herzlichen glückwunsch, ich habe also einen neuen schaden. das macht doch alles richtig spaß. zum glück muss ich mich im moment nicht mit unfähigen therapeuten herumschlagen und bekomme das vielleicht auch selbst wieder in den griff. immerhin habe ich ja schon erkannt, dass irgendwas gehörig falsch läuft. aber als ich heute mittag dann eine normale 600kcal portion gegessen habe, hab ich mich hinterher verdammt mies gefühlt. so ein chaos ist doch super. nicht. und passt mir absolut nicht in den kram. kann das bitte noch nen monat warten bis nach der prüfung? jetzt habe ich keine zeit für störungen aller art. genauso wie mein kaputtes fahrrad. heute habe ich mich nicht in die werkstatt getraut, morgen wird es zu knapp, mittwoch habe ich in der zeit uni und donnerstag? keine ahnung. ich werde jetzt wohl noch instagram fertig stalken und versuchen, meinen kopf dann zum schlafen zu bewegen. ich raste hier noch aus.

Sonntag, 19. Juni 2016

ich wäre am liebsten im bett geblieben. wollte nicht aufstehen.
hatte doch schon längst versagt, weil ich zu lange geschlafen habe.
der wecker hat um neun geklingelt. wach war ich um halb sieben.
zu früh. weitergeschlafen bis elf.
hasshasshass.
wanke ins bad. zurück ins bett.etwas essen.
dann sämtliche soziale medien auf den neuesten stand bringen.
ich muss die kontrolle behalten. ich mussmussmuss. 
wirre gedanken.
will doch noch das gemüse aufbrauchen. das geht aber nur, wenn ich sport mache.
nicht essen. sport machen? auf der to do liste steht es ganz groß. klettern.
also gut. ich habe noch 10 min. dann kommt der bus. gerade so geschafft.
in der stadt umsteigen. in der bahn eine komische frau neben mir.
angstangstangst. sie hat meinen arm angefasst.
das ist meiner. mir doch egal, wenn du hinfällst. schreit es von innen.
aber ich bin hilfsbereit und freundlich wie immer.
drehe die musik auf volle lautstärke. die welt ist so laut.
wäre ich alleine. ich hätte mit meinem kopf längst die scheibe durchgeschlagen.
aber gut, tue ich eben so als sei ich ein soziales wesen.
von mensch sein kann hier keine rede sein.
beim aussteigen auf d. getroffen. so tun als könnte ich mit menschen reden.
klappt so semi gut. mein wirres gerede ist wohl nicht kompatibel für normale gehirne.
ankommen in der halle. umziehen. und ran an die neuen boulder.
eine stunde lang durchpowern. keine pause. musik voll aufgedreht.
spannend, was noch so auf dem alten mp3-player drauf ist. bmth geben sicherheit.
der eine boulder raubt mir meinen verstand. ich falle und falle und falle und falle.
bis ich dann komplett abrutsche. auf den arm geknallt. ziehen im kiefer.
nochmal nochmal nochmal. schreit es von innen.
gerade will ich wieder loslegen. doch da sind menschen.
ich soll pause machen. ein bisschen warten. ich brauche konzentration.
sei angeblich so verbissen wie eine bulldogge (sind die echt so? oder war es ein anderer hund?)
ich höre tatsächlich auf die worte. was ein wunder. aber befehle ausführen kann ich.
ein paar wenige leichte routen. alles gut. anderen menschen tipps geben.
leicht dissoziieren. das übliche.
noch etwas schweres probieren. ich kann es einfach nicht lassen.
total am ende. wanke aus der halle. mir ist echt schwindelig.
mein kopf findet das toll. denken ist nur noch eingeschränkt. hat was.
zum bahnhof laufen. geht erstaunlich gut.
geht so umkippen, wenn ich jetzt weitermache?
komische fragen im kopf. keine ahnung wie umkippen geht.
die bahn kommt. zum anderen bahnhof der stadt fahren. es ist kalt. eiskalt.
war es heute mittag nicht noch wärmer gewesen?
mir ist arschkalt.  so warte ich bestimmt nicht auf den bus.
aber du solltest auf dich aufpassen, warte einfach im bahnhof.
quatsch, schreit es wieder aus dem hinterkopf. wetten du bist schneller als der bus?
also gut. challenge accepted. und ja, ich bin schneller als der bus zu hause.
herzlichen glückwunsch. immerhin nicht umgekippt. wanke bis in den dritten stock.
gönne mir etwas vom bananenbrot und koche. gleich die doppelte portion.
schaffe sogar noch den abwasch. und bin auf einmal soso müde.
der tag ist fast vorbei. die gedanken kommen wieder.
denke an heute morgen.
die nachricht, dass ganz in der nähe drei kinder ertrunken sind.
ich habe geweint. soso sehr geweint. ich weiß, warum ich keine nachrichten schaue.
nienienie niemals nie schaue ich nachrichten. ich hasse die infos auf der startseite.
ich will keine nachrichten hören. ich weiß auch so, dass die welt scheiße ist.

Dienstag, 14. Juni 2016

und die zeit?
sie rennt davon.
so wie ich vor dem leben.

und jetzt sitze ich hier.
nach all den jahren.

und der schmerz?
er ist immer da.
im meer.

egal, wie viele tage vergehen.
die es eigentlich.
niemals hätte geben sollen.

Montag, 6. Juni 2016

unstoppable.

spätabends. draußen.
die nacht ist warm.
ich verstecke mich.
in meinem viel zu großen pullover.
er ist blau. blau wie das meer.
und ich. ich gehe unter.
im meer. in meiner welt.
in meinen gedanken.
die musik auf voller lautstärke.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich höre kaum etwas.
mein chaos im kopf ist lauter.
doch dann.
wird ein schalter umgelegt.
sobald der refrain beginnt.
renne ich los.
ich laufe und laufe und laufe und laufe. davon.
vor mir selbst. vor dem leben. vor dem schmerz.
immer schneller und schneller.
renne um mein leben.
die welt verschwimmt.
meine haare fliegen nach hinten.
die zeilen sind vorbei.
ich gehe weiter. immer weiter.
ein einsames glühwürmchen hat sich hierher verirrt.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today

 
ich renne schon wieder.
ich renne und renne und renne.
und finde keinen ausweg mehr.
ich bin genauso einsam wie das glühwürmchen.
das sich vor mir versteckt. 
es verschwindet im gebüsch.
weil niemand. wirklich niemand.
in meiner nähe sein will.
ich laufe den kleinen pfad hoch.
ein ast berührt mich.
ich schrecke zusammen.
die angst zerfrisst mich.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich singe mit.
obwohl ich keines der worte.
glauben kann.
ich bin oben bei den gleisen.
ein weiteres glühwürmchen fliegt direkt auf mich zu.
wir sind zusammen einsam.
die musik dröhnt und dröhnt.
auf lautester lautstärke.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today

 
ich höre nichts mehr.
nur meinen schmerz.
ich schreie.
innerlich.
ich schreie und schreie und schreie.
und bin doch still.
ich kann keinen klaren gedanken fassen.
die musik. sie dröhnt.
aber die gedanken sind noch so viel lauter.
und ich kann nicht mehr.
  
I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today

 
keine träne dringt an die oberfläche.
ich spüre nur.
wie ich langsam zerbreche.
und wenn jetzt jemand aus dem gebüsch springen würde.
ich hätte keine angst.
wovor auch?
dann hätte ich wenigstens halt.
auch wenn es gewalt ist.
es ist immer noch besser als nichts.

ein zug rast vorbei.
ein ice.
aber trotzdem zu langsam.
und zu weit weg.
zwanzig meter.
und ich wäre verschwunden.
es ist eine sternenklare nacht.
keine wolke am himmel.
nur die stille um uns herum.
das glühwürmchen und mich.
und manchmal fährt ein güterzug vorbei.
ich kann sie noch nicht einmal hören.
weil die musik so laut ist.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich sitze hier.
ich bin am leben.
und bin immer noch da.
es tut so wehwehweh.
kann mich nicht einfach jemand vernichten?
es wäre so viel einfacher.
das leben ergibt keinen sinn.

die musik ist aus.
das spiel ist vorbei.
vorbei. vorbei. vorbei.
das rauschen der züge.
zieht an mir vorbei.
ich höre sie gar nicht.
die stille.
sie schreit in mein gewissen.
ich ringe um meinen verstand.
ich kann nicht mehr.
ich kann nicht. ich kann nicht. ich kann nicht.
ich kann.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich nehme das rauschen der fabrikhallen kaum wahr.
wieder rast ein zug an mir vorbei.
bitte nimm mich mit. bitte nimm mich mit. bitte nimm mich mit.
dann bin ich weg.
es bleiben bruchstücke von mir übrig.
und das wars.
ich laufe auf die schienen.
alles ist gut.
ich bin wegwegweg.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich liege in den schienen.
in meinem eigenen grab.
ich starre die sterne an und habe angst.
so unfassbar viel angst.
aber keine angst vor dem sterben.
ich habe angst einen fehler zu machen.
angst entdeckt zu werden.
angst, dass es nicht klappt.
und eigentlich will ich doch gar nicht sterben.
mir geht es doch okay.
unstoppable dröhnt aus den kopfhörern.
einmal quer durch meine synapsen.
unstoppable.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


aber so unstoppable bin ich nicht.
ich stehe auf. gehe weg.
habe angst. vor wesen im gebüsch.
will verschwindenverschwindenverschwinden.
ich hätte doch einfach nur liegen bleiben müssen.
bis zum nächsten morgen.
warten, dass ein zug kommt.
mich überrollt. mitnimmt. verschwinden.
aber ich kann nicht.
ich kann es meinem wunderkind nicht antun.
warumwarumwarum ist alles so furchtbar?
bilde ich mir das alles nur ein?

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich kämpfe mich den den hügel hoch.
und jetzt sitze ich wieder hier.
sehe züge vorbeirauschen.
und würde am liebsten unter den rädern liegen.
verschwinden. verschwinden. verschwinden.
ich kann das nicht.
ich bin immer noch hier.
und das ist das schlimmste.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich laufe zurück.
die schatten fressen mich auf.
und ich habe angstangstanst.
bis mir klar wird.
dass ich gar keine angst zu haben brauche.
dass es schön wäre.
wenn mich jemand überfallen würde.
und dann mache ich die musik wieder lauter und lauter und lauter.
endlich bin ich raus aus dem wald.
kann die taschenlampe ausmachen.
und dann renne ich nur noch.
ich renne und renne und renne.
bis fast nach hause.

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today


ich komme total aus der puste an.
und will eigentlich nur zurück.
aber ich bin hier. am leben.
ich werde nicht sterben.
nicht heute.
nicht morgen.
nicht nächste woche.
und auch nicht in den nächsten jahren.
es tut so weh.
diese gewissheit. sie tut so unfassbar weh.
aber:

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident, yeah, I'm unstoppable today
Unstoppable today, unstoppable today
Unstoppable today, I'm unstoppable today

Donnerstag, 2. Juni 2016

gedankenmeer

es ist viel passiert. schöne dinge. traurige dinge. ich hätte 100 texte schreiben können. oder keinen. ich habe geschrieben. aber in mein notizbuch. ich mag die worte, doch es fühlt sich falsch an, sie jetzt noch zu veröffentlichen. und deshalb sitze ich jetzt hier und frage mich, wie ich all das, was passiert ist, in einen text packen kann. das kann ich nicht. und ich habe beschlossen, dass auch nicht alles wichtig ist. stichpunkte finde ich blöd, deshalb schreibe ich einfach von dem, was gerade ist. vielleicht ist das in einer stunde schon gar nicht mehr aktuell, aber ich möchte den moment einfangen und das ist okay so.

ich habe mich in letzter zeit ausführlich mit dem therapie kram beschäftigt und bin zu dem schluss gekommen, dass es mir besser ohne geht. ja, ich will therapie, aber nicht jetzt. und nicht ambulant, wo mir jede woche der boden unter den füßen weggerissen wird und ich dann alle energie brauche, um das chaos zusammenzuflicken und den kindergarten im innen zu beruhigen.

ich atme worte und zahlen. gehe unter zwischen augenblicken und musik.
und eigentlich geht es mir ziemlich gut. zumindest solange, bis wieder alles zerbricht.

heute bin ich verwirrt. und so furchtbar unsicher. meinungen anderer können mich so schnell aus dem gleichgewicht bringen. meinungen haben so viel kaputt gemacht. damals im winter. ich saß heute morgen bei meinem psychiater und habe ihm von den plänen erzählt, noch eine zweite runde heiligenfeld zu starten. gerade, weil ich jetzt etwas stabiler bin und auch an themen arbeiten kann, die sonst gar nicht gehen. und dann kam direkt die frage, ob ich wirklich an mir arbeiten will oder mir nur die schöne zeit zurück wünsche. dann ging es weiter, wie es überhaupt mit einem traumaschwerpunkt dort aussieht. und mein gedankenkarussell nahm fahrt auf. bilde ich mir das alles nur ein? soll ich in eine andere klinik? soll ich am besten in gar keine klinik? bin ich fake? bin ich überhaupt krank? das ganze hat sich so hochgeschaukelt, dass ich im selbsthass versunken bin und danach richtig fertig war. dann ging der spaß in der apotheke weiter. die praktikantin hat es bestimmt nicht böse gemeint, aber sie wollte mir unbedingt vitamin b andrehen. ich wollte aber nur meine verdammten antidepressiva. ja, es mag sein, dass vitamin b auch helfen kann, aber erstens habe ich kein geld dafür, zweitens ist da gelatine drin (ich hatte gesagt, dass ich vegan sei, schien ihr aber nicht so bewusst zu sein, es war für sie nur ein weiterer grund, mir das zeug anzudrehen) und drittens nehme ich nichts, solange ich nicht von meiner ärztin eine bestätigung habe, dass ich da tatsächlich einen magel habe.

eigentlich könnte ich auf solche meinungen scheißen. aber noch immer ist in meinem kopf, dass meine meinung keinen wert hat. dass ich ja nur falsch liegen kann. und ja, vielleicht warte ich wirklich, bis es wieder schlimmer ist. und das wird kommen. ganz sicher. und bis dahin schwimme ich tapfer durchs wortemeer. atme unterwasser. und lächle den schmerz weg. weil genau das von mir erwartet wird. funktionieren konnte ich schon immer. ich werde leistung bringen. ich kann das. auch wenn das überleben am limit bedeutet. 

Dienstag, 24. Mai 2016

so viel meer als nur worte.

ich bin untergegangen. zwischen worten und worten und noch viel mehr menschen. und die stille. sie hat mich aufgefangen. wie die zauberwesen. am ende. davor. dazwischen. ich war der unsicherste mensch auf der welt. aber nach kurzer zeit waren da umarmungen und halt und worte. ganz selbstverständlich. ohne, dass ich auch nur ansatzweise verstanden habe, was da eigentlich passiert ist. ich war da. und der hase. der war auch da. die ganze zeit. ich habe mich an den unsichtbaren raum zwischen den worten geklammert und mich einfach auf den boden gelegt, weil stühle so unfassbar haltlos sind. ich habe dich gesehen. zwischen den stühlen und beinen hindurch. und deine worte sind angekommen. jede silbe. bei tokki und mir. der kann nämlich auch unterwasseratmen. vielleicht sogar noch besser als ich. und du hast uns gesehen. in dem meer. wir sind geschwommen. der hase und ich. und am ende, da kamen arme und hände von fremden menschen. menschen, die einfach da waren. ich habe so sehr geweint, weil ich einfach nicht verstehen konnte, dass jemand lieb zu mir ist. einfach so. auf mich aufpasst. mich bei sich schlafen lässt, damit ich nicht verloren am bahnhof herumstehen muss. und dann war da der hai. und das blauwassermädchen. wir standen dort. zu dritt. und sie sagte: weißt du eigentlich, wie stark du bist? und da musste ich noch mehr weinen. ich habe mich an sharky geklammert. und dann wurden sharky und tokki freunde. noch bevor er überhaupt tokki hieß, denn das war ganz allein lilly. lilly, die mich gesehen hat. auf dem boden. mit dem hasen. zwischen den zeilen. und dann hat sie mich ganz festgehalten und die schönsten worte in mein ohr geflüstert. der abend wurde zur nacht. mit keksen und noch viel mehr worten. in straßenbahnen und einem fremden bett. mit ganz viel halt und ohne schlaf. mit brötchengeruch und vogelzwitschern. mit einem wundervollen sonnenaufgang und einem himmel in allen rottönen dieser welt. und ganz viel glück. ich habe gelacht, geweint, gezittert, gebebt. ich habe gelebt. ich bin immer noch hier. in jeder sekunde. mit dem hasen und dem hai. die beiden wurden freunde. und wir haben eine haimat gefunden. in der stille. zwischen den worten. danke, lilly. danke, mein blauwassermädchen. danke, johanna.

Sonntag, 15. Mai 2016

nicht verdient

ich sitze am schreibtisch. den laptop vor mir und wühle mich durch kommentare. durch eure zauberhaften worte. ich schreibe sie auf und packe sie in meine komplimentebox. das geht so lange gut wie ich einfach nur abschreiben kann. wie früher in der schule. schreiben, schreiben, schreiben, aber keine ahnung haben, was da steht. ich lese jedes wort. immer auf der suche nach komplimenten. und seien sie noch so versteckt. jetzt stehen sie vor mir. in bunten farben. mit großen buchstaben, wenn sie von euch groß geschrieben wurden. mit allen rechtschreibfehlern, auch wenn mein perfektionismus mich dafür am liebsten an die wand klatschen würde. es sind nicht meine worte, versuche ich zu beruhigen. aber das interessiert nicht. du bist falsch. du hast keinen wert. verstehe es doch endlich. ich lese all die wundervollen worte vor mir noch einmal. doch dieses mal versuche ich, meinem gehirn klarzumachen, dass mit jedem wort ich gemeint bin. und dann gibt es kein halten mehr. ich weine und weine und weine. ich schreie. ich stopfe essen in mich hinein. verdammt, du wolltest freitag gut aussehen, wenn du deine liebe schulfreundin wieder siehst. das ganze läuft irgendwie wieder aus dem ruder. noch kann ich es aufhalten. irgendwie. vielleicht ein  zwei kilo drauf seit dem tiefstgewicht. hoffentlich nicht mehr. ich will doch endlich unter die 70. war ich das vielleicht schon? ich habe seit monaten auf keiner waage mehr gestanden. aber das soll jetzt eigentlich auch kein thema sein. ich sehe worte von josi, die mir sagt, dass ich sein darf. und wieder schreit es in mir NEINNEINNEIN!! diese stimme ist so laut. ich habe keinen halt. ich traue mich auch nicht schon wieder nach aufmerksamkeit zu fragen, denn ich bin ja sowieso nur süchtig danach. und wenn es zu nah wird, schiebe ich wieder alle weg. gesehen werden wollen und gleichzeitig verschwinden. vielleicht ist gehen mit nem großen knall doch gar keine so doofe idee. wer braucht mich schon? ich lese mich weiter durch die worte. durch die unfassbar vielen superlative von amissa, die mir immer noch irgendwie angst machen, weil damit niemals ich gemeint sein kann. bin ich selbst hier so falsch und hinter einer riesen fassade versteckt? ichbindasnicht. ichkanngarnichtgemeintsein. und dann kommt der berührende kommentar von jay und ich muss aufhören. ich kann kein wort mehr schreiben, weil es sosososososo weh tut.
ich will doch nur festgehalten werden. ich will endlich keine angst mehr haben. und ich will mir nicht immer den raum nehmen müssen. ich will gesehen werden, ohne ständig ins rampenlicht rennen zu müssen oder mist zu bauen. ich will nicht schon wieder die zeit von menschen klauen, die selbst genug sorgen haben. so wie vor ein paar tagen, als ich untergegangen bin, und dann waren da plötzlich worte. so unfassbar viele worte und geschichten. worte von zauberkindern. ich war nicht mehr so ganz allein. danke, achlys für eine geschichte voller schönheit. danke anna für so unfassbar viele tolle texte und ganz besonders für mister gott und anna und natürlich fynn. sie haben mir so gut getan. danke, dass ich meine gedanken bei dir loslassen darf. danke josi fürs da sein und rumheulen dürfen. danke amissa für die liebe und die gedanken. danke ria für die tolle geschichte, obwohl du müde warst. es hat soso sehr geholfen, auch wenn ich mir den raum nicht zugestehe, den ihr mir gegeben habt. ich nehme so viel und gebe nichts zurück. das ist so schmerzhaft. ich brauche eine gegenleistung. denn ich muss bezahlen für das, was mir gegeben wird. ich habe so wundervolle menschen nicht verdient.

Mittwoch, 11. Mai 2016

menschen sind sososo gefährlich. also flüchte ich mich wieder in wortwelten. ich sitze an meinem bach und denke nach. nein, sofie denkt nach und ich denke darüber nach, was sie denkt. es ist anstrengend, ich schaffe nur wenige seiten. philosophie ist schön. ich hasse mich dafür, dass ich nicht einmal mehr 100 seiten am tag schaffe. ich kann die worte nicht so atmen wie lillys. ich kann nicht abtauchen wie in zamonien. ich kann nicht kindsein wie mit sprotte. ich muss selber denken und das fällt meinem kleinen kopf so unfassbar schwer. aber dann entdecke ich wieder ein paar zeilen, die so wichtig sind.

Die Fähigkeit, uns zu wundern, ist das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu werden. 
Alle kleinen Kinder haben diese Fähigkeit, das ist ja wohl klar.

Die Klügste ist die, die weiß, was sie nicht weiß.
Die richtige Erkenntnis kommt von innen.
Wer weiß, was richtig ist, wird auch das Richtige tun.
(Sofies Welt)

und wenn ich mich dann gar nicht mehr konzentrieren kann, beobachte ich einfach die welt um mich herum. da sind zwei enten im bach. ein männchen und ein weibchen. erst bleiben sie in sicherer entfernung, doch dann werden sie mutiger und kommen näher. das männchen kämpft sich die stufen des baches nach oben. egal, wie oft es abstürzt. das weibchen bleibt in sicherer entfernung. und irgendwann ist das männchen direkt neben mir im wasser. es scheint keine angst zu haben, aber lässt sich schließlich wieder zu seiner frau treiben. er will sie mitnehmen, aber ich glaube, sie hat angst vor mir. und dann, als ich mich längst wieder den worten gewidmet habe, fliegen die beiden über mich hinweg und landen in sicherer entfernung wieder auf dem wasser. das waren locker 40-50m. ich hätte niemals gedacht, dass enten so weit fliegen können. und dann sind sie verschwunden. hinter der nächsten biegung des baches. weiter vorne fliegt eine blaumeise ans ufer und trinkt ganz vorsichtig von dem wasser. als sie wegfliegen will, kracht sie gegen das ufer. der wind ist so stark. aber dann schafft sie es. fliegt auf den baum. für die pusteblume sieht es nicht so gut aus. der wind ist zu stark. bald stehen nur noch die stängel da. die samen fliegen durch die luft. und im nächsten sommer werden hier neue pusteblumen stehen.

auf dem weg nach hause sitzt dieses schwarze fellknäuel am rand. ich war schon wieder so verloren. doch dann hocke ich mich hin und sie kommt ganz langsam auf mich zu. lässt sich streicheln und streicht ganz sanft um meine beine. sie will nicht, dass ich gehe. miaut jedes mal, wenn ich aufstehen will. ein mann trägt sein kleinen hunde an uns vorbei. will er die katze nicht aufschrecken oder haben seine komischen taschenhunde angst vor einer katze? ich weiß es nicht. ist mir aber auch egal. dieses zauberwesen schleicht immer noch um mich herum und dreht sich schließlich auf den rücken, sodass ich ihr sogar den bauch streicheln darf. sie tut mir so gut. und wieder war es der richtige moment. ich wünschte, ich könnte ein eigenes fellmonster haben. aber das geht nicht. noch nicht, versuche ich mich zu beruhigen. irgendwann, wenn du geld verdienst und eine wohnung mit garten hast, wirst du dir eine katze holen. und bis dahin muss die meow mütze genug schutz bieten.

Samstag, 7. Mai 2016

liebeliebeliebe.

ich weiß gar nicht wohin mit all der liebe um mich herum. so viele komplimente. noch kann ich nicht alle akzeptieren oder glauben, aber ich weiß, dass sie ernst gemeint sind. da draußen gibt es menschen, die meine stimme mögen. menschen, die gerne mit mir reden. menschen, denen ich nicht egal bin. menschen, die nicht weglaufen. zumindest noch nicht. denn leider habe ich in all der liebe noch niemanden gesehen und das tut unendlich weh. mir geht es gut. zumindest ansatzweise. ich sitze jeden tag stundenlang am bach und tauche ein in wortwelten. alles um mich herum verschwindet. selbst das rauschen des baches verschwindet. und wenn mich die gedanken wieder einholen, dann beruhigt es mich. das gleichmäßige plätschern. meine gedanken werden leiser. vielleicht werde ich doch noch zu einem sonnenkind. ich weiß noch, wie ich mich die letzten jahre immer vor der sonne versteckt habe. ich war die einzige, die im sommer gefroren hat, weil ich nur nach draußen gegangen bin, wenn es sich nicht vermeiden ließ. die hitze mag ich immer noch nicht, aber an meinem bach fühle ich mich wohl. aber ich bin eben auch alleine. mein leben spielt sich im internet ab. und wenn ich dann abends alleine in meinem bett liege und außer dem kuschetierzoo niemand da ist, wünsche ich mir eine umarmung herbei. jemanden, der mir geschichten erzählt. ich möchte menschen um mich herum und gleichzeitig machen sie mir so sehr angst. unter menschen fahre ich immerimmerimmer meinen fehlerfilm. ich will doch nur alles richtig machen. aber das kann ich nicht. so langsam überlege ich sogar wieder, menschen anzuschreiben, die mir angst machen. nicht, dass sie mir jemals etwas getan hätten, aber männer, die zu viel wissen, sind immer gefährlich. jetzt gerade würde es sich richtig anfühlen, weil es mir gut geht und ich keine angst habe, aber sobald meine stimmung wieder kippt habe ich angstangstangst und das möchte ich vermeiden. also verhalte ich mich weiterhin wie ein ignorantes arschloch. lustigerweise habe ich diese angst bei den klettermenschen nie gehabt. aber die können auch grenzen akzeptieren und abstand halten. das gibt sicherheit. genauso wie meine kleine eigene welt. solange ich alleine bin und menschen nur am handy und im internet sehe, kann mir nichts etwas anhaben. da sind zauberhafte menschenkinder. und worte. so unfassbar viele worte, die mich am leben halten. ich habe angst vor nächster woche, weil ich da wieder in die uni muss. die woche pause tat so gut. ich habe gelebt, wenn auch mehr im kopf als in der realität. die realität macht mir noch viel zu viel angst. ich habe fremde worte und gedankenschlösser genossen. und vielleicht ist es okay, wenn ich mir meine welt erträume. zumindest solange bis ich die realität wieder ertragen kann. danke, dass es euch wunderwesen da draußen gibt. danke für jedes wort. danke für die liebe. danke fürs da sein. <3

Montag, 2. Mai 2016

fellmonsterliebe.

ich kann das immer noch nicht begreifen. ich komme in meine alte kletterhalle und menschen freuen sich, mich zu sehen. ich kann reden. ganz offen, weil jeder weiß, wie gestört ich bin. aber sie mögen mich trotzdem. kinder kommen lachend auf mich zugerannt, weil ich endlich mal wieder da bin. und dann darf ich ganz spontan bei einem lieben klettermenschen übernachten, damit ich länger bleiben kann und mir nicht noch eine zweite zugfahrt an einem tag antun muss. wir sitzen auf dem sofa und plötzlich kommt sie angetapst. ganz vorsichtig und sanftmütig. sie bleibt kurz bei mir, geht rüber zu den anderen und kommt dann zurück. sie bleibt liegen. stundenlang. ich bin schon voller fell und soso glücklich. katzen sind sicherheit, weil er eine allergie hat. und dieses zarte ding tut mir so gut. sie vertraut mir, obwohl sie sonst ganz scheu ist. niemand will begreifen, warum sie bei mir bleibt. ich bin mir sicher, dass sie gespürt hat, wie sehr ich sie gerade gebraucht habe. danke, dass es dich gibt, mein kleines fellmonster. und danke, dass es deine menschen gibt, die auf mich aufpassen. die mir raum geben. egal was ist.

Montag, 25. April 2016

mir ist nicht mehr zu helfen..

oder so ähnlich. ich war heute morgen mal wieder zu einem erstgespräch bei einer therapeutin. eindeutig verschwendete zeit, aber so langsam habe ich meinen spaß daran, diese frau einfach nur auszulachen. himmel ist die blöd. aber von anfang an. ganz lieb ist sie ja gewesen. ihre praxis war in einem ganz normalen mietshaus. erst kam ich mit in ihr büro, wo sie dann die karte eingelesen hat und nun zum dritten mal meine telefonnummer wissen wollte. die hatte ich ihr wohlbemerkt schon einmal aufs band gesprochen und als sie zurückgerufen hatte, habe ich ihr die nummer nochmal genannt. aber von mir aus, aller guten dinge sind ja bekanntlich drei. dann ging es rüber in das eigentliche zimmer. da standen zwei sessel meilenweit voneinander entfernt. die sessel hatten bettwäsche übergeworfen. das wirkte alles sehr unruhig. ich saß also in diesem riesigen zimmer, hatte keinen halt und dann diese frau mir gegenüber. mindestens drei oder vier meter von mir entfernt. komische atmosphäre für ein gespräch. ich hab dann mehr mit meinen haargummis rumgespielt und wusste auch nicht, was ich sagen sollte. und das was ich gesagt habe, war ihr schon fast zu krass. das war zumindest mein gefühl. und dann kam mein lieblingssatz. ich solle mir doch eine richtige traumatherapie suchen, emdr machen, schließlich könne man ein trauma ja nicht wegreden. hallo?? was soll ich denn dann bitte machen, wenn nicht endlich mal über all den mist reden? und überhaupt sie könne mir ja gar nicht helfen, schließlich war ich schon so lange in der klinik letztes jahr und wüsste schon so viel über skills. sie kann mir einfach nichts mehr beibringen. ach und an meiner intelligenz würde es auch nicht liegen, schließlich habe ich ja den studienplatz direkt bekommen. und es ist ja schon traurig, weil ich ja noch so jung sei. blablablub. irgendwie schwebt die frau in ihrer eigenen welt. und meine ängste und probleme sind ihr wohl zu viel. dass ich mich hier nicht sicher fühle, weil meine eltern die adresse kennen, konnte sie gar nicht nachvollziehen. das sei ja schon sehr schlimm. richtig erkannt, deshalb brauche ich ja auch eine therapie. aber sicherlich nicht bei dieser frau. die soll sich lieber um einfachere fälle kümmern. in nachhinein finde ich das alles sehr witzig. aber eigentlich ist es traurig, wer sich alles therapeut nennen darf. zudem soll sie mal in der klinik gearbeitet haben, wo ich letztes jahr war. kann ich mir aber nur schwer vorstellen, weil die therapeuten da eigentlich allesamt sehr fähig waren und ich nicht zu schwierig war oder so. jetzt weiß ich bescheid. ein trauma kann man nicht wegreden. mir ist nicht mehr zu helfen.

Freitag, 22. April 2016

the world is ugly

ich will doch nur die welt retten. aber das geht nicht. ich habe angstangstangst um mein wunderkind, auch wenn sie in sicherheit ist. ich muss doch etwas tun können. und dann lese ich die kommentare unter lillys bildern und sehe wie viele menschen leiden, aber ich kann nichts tun. ich breche zusammen. heule, schreie, kreische, schweige. stelle die musik immer lauter, aber nichts ist laut genug. dann fließt leben aus mir heraus. ich spüre nichts davon. lasse es aber trotzdem. irgendwie muss ich ja nächste woche vor der kletterfamilie stehen und das will ich nicht mit verbänden an den armen.
tw(svv, verschwinden)

blaues herz

ich verschicke in letzter zeit fast nur noch blaue herzen. keine roten mehr. denn rot heißt voll wärme und das bin ich nicht. mein herz ist kalt. aber das heißt trotzdem nicht, dass ich nicht liebe. denn das tue ich. mein kleines blaues herz ist weit wie das meer. und genauso ist die liebe, die all den wundervollen menschenkindern gilt, die so achtsam mit mir umgehen. außerdem hat rot so viel mit diesem richtigen und echten liebe liebe ding zu tun und das verursacht in mir immer noch mauern aus angst, die immer näher kommen und mich nicht gehen lassen. mein blaues herz schlägt ganz eifrig und ich frage mich immer noch, warum es nicht endlich damit aufhört.

Donnerstag, 21. April 2016

sommergedanken

verunsichert laufe ich aus dem hörsaal. und dann sitzt da mein wunderkind. sie hält mich ganzganzganz fest. und ein paar seelensplitter verschmelzen wieder zu einem größeren. einfach so. weil sie da ist. ich war so verloren und bin dauernd in die falsche richtung gelaufen, doch auf einmal war da eine hand, die mich gehalten hat. und dann war es ganz einfach. ich konnte mich halten und musste nicht mehr darüber nachdenken, wohin ich laufe. ich habe ihr einfach zugehört und mich an der hand orientiert, die so fest in meiner lag. ich wusste, sie lässt mich nicht los. und es hat auch niemand komisch geguckt, weil wir uns aneinander festgehalten haben. wir haben in der sonne gesessen. mein kopf war viel zu voll und ich so unfassbar langsam. aber das war okay. sie hat einfach für mich mitgeredet. und glück ist, wenn man auch zusammen schweigen kann.

heute saß ich wieder auf der bank. alleine die sonne genießen. ein bisschen glück produzieren. langsam sollte ich es wissen. hab ich aber nicht, deshalb musste ich fühlen. leichen gehören nicht in die sonne! also habe ich jetzt einen tollen sonnenbrand im nacken.schön war's trotzdem und die sonne tat richtig gut.

Montag, 18. April 2016

worte und zahlen

und dann bin ich untergegangen. zwischen fremden menschen und in meinen worten. nur die zahlen haben mich noch gehalten. ein letztes bisschen sicherheit, das mich nicht davonrennen lässt. doch selbst die zahlen und formeln sind nach über einem jahr so fremd. ich gehöre nicht hierher, denke ich immer wieder. ich bin ein fremdkörper zwischen all diesen menschen, die so sehr am leben sind.  sie lachen und reden und lästern. sie schreiben am handy, sie diskutieren und umarmen sich. und ich. ich schweige einfach und bin der höflichste mensch auf der welt.

ich darf keine fehler machen. doch ich habe sie gemacht. viel zu viele fehler. ich habe geredet. war zu unvorsichtig. fragen beantwortet. warum warst du so lange krank. ich kann doch nicht lügen. lügen ist böse. ichdarfnichtichdarfnichtichdarfnicht. also sagte ich den dämlichsten satz dieses planeten. ich hab was psychisches. die müssen mich doch alle für durchgeknallt halten.

das ganze endete mit vielen händen, die immer wieder in meinem gesicht gelandet sind. und plötzlich war jedes wort aus meinem kopf wie weggefegt. da war nur noch leere und der immerwährende fehler in mir. ich freue mich über kleine dinge. dann entscheidet mein kopf, dass es mir zu gut geht und kommt mit dem nächsten mist angekrochen. schlaf wurde wieder zu meinem feind. in den guten momenten frage ich mich, ob das hier alles überhaupt real ist. bilde ich mir nicht nur ein, krank zu sein? immerhin bin ich schon ein paar wochen nicht mehr dissoziiert. mit meinem haushalt komme ich auch wieder klar und sogar zusammenfassungen für die uni kann ich schreiben.

ist doch alles so normal. bis ich dann abends nachdenke und lieder über glück höre und spüre, dass immer noch so viele puzzleteile fehlen. und plötzlich ist alles ganz schrecklich und ich will einfach nur gehalten werden. aber da ist dann niemand, weil familie für mich nicht mehr existiert. und um nach hilfe zu fragen, geht es mir noch viel zu gut. ich sinke zu boden und bleibe immerhin zebrafrei, auch wenn es so einfach wäre.

in diesen nächten mache ich so viele sudokus, dass die app wohl bald neue für mich erfinden muss. immer schneller. hauptsache zahlen und sicherheit. und wenn mein kopf keine zahlen mehr sehen kann, halte ich mich an worte.

kinderhörbücher sind super. oh wie hatte ich hinter verzauberten fenstern vermisst. in der weihnachtszeit ist das zu triggernd. jetzt war es einfach nur wunderschön.
doch dann kommen wieder die nächte, in denen mich kein dominal der welt müde machen kann und ich ein sudoku nach dem anderen mache, um nicht zu ertrinken. dabei wäre es so einfach, das wasser in meine lungen zu lassen und nicht mehr zu existieren.

aber dann schreibst du mir die schönsten worte, die je ein mensch zu mir sagen könnte. du vertraust mir dinge an, die dich halten und zeigst mir damit so viel von dir. du hältst mich in diesen unsichtbaren armen, die immer im richtigen moment kommen und mich vor dem stärksten aufprall beschützen. wir fallen und halten und fliegen zusammen. das geht auch alles gleichzeitig. weil ich dein zauberwesen und du mein wunderkind bist.

Sometimes the fastest way to get there is to go slow
And sometimes if you wanna hold on you got to let go

I'm gonna close my eyes
And count to ten
I'm gonna close my eyes
And when I open them again
Everything will make sense to me then
(Tina Dico - Count to ten)

Träumer